Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Diskussion wissenschaftlicher Fragen. Disputation 57 
ligen zu können. Bei dieser fällt zunächst dem Referenten 
die Aufgabe zu, nach Vorlegung seines Referates dasselbe 
gegen etwaige Einwürfe zu verteidigen oder einzelne Punkte 
ausführlicher zu begründen und klarzulegen. Ein vorher 
bestimmter Korreferent kann das Referat einer prüfenden 
Kritik unterziehen, oder auch die Frage unter einem ande- 
ren Gesichtspunkte behandeln. Jedes der anwesenden Mit- 
glieder darf auch seine Einwürfe erheben, oder die Auf- 
klärung eines Punktes anregen, oder in anderer Weise die 
Frage zu fördern suchen. 
Zum großen Teile wird der Erfolg bei dieser wie bei 
allen anderen Übungen aber von der zweckmäßigen 
Leitung durch den Vorstand abhängig sein. 
19. Disputation. 1. Vielleicht mag es dem einen 
oder anderen als ein kleiner Anachronismus erscheinen, 
wenn unter den Übungen eines modernen Hochschul- 
seminars auch die mittelalterliche Disputation ihren Platz 
erhält. Doch die Diskussion wissenschaftlicher Fragen steht 
dieser alten Disputierübung schon so nahe, daß es nur ein 
kleiner Schritt mehr zu ihr hinüber ist, und die Vorteile 
dieser alten Art der wissenschaftlichen Erörterungen sind 
SO groß, daß sie wenigstens bei manchen Gegenständen 
gar sehr dazu einladen, diesen Schritt nicht zu scheuen. 
_ 2. Das eigentümliche und unterscheidende Merkmal der 
Cigentlichen Disputation besteht in der strengen syllogisti- 
schen Form, welche bei derselben beobachtet werden muß. 
Die Gründe und Gegengründe treten in der „eisernen Rü- 
Stung“ des Syllogismus auf. Der Angreifer bringt seine 
Schwierigkeiten gegen die zur Diskussion stehende These 
in dieser strengen schulmäßigen Form vor und ebenso muß 
der Verteidiger „in forma“ die Lösung geben. Nur bei 
der etwaigen weiteren Erklärung der Lösung bleibt die 
Syllogistische Form in der Regel unbeachtet. 
ie en Ar klares Bild einer solchen Disputation zu erhalten, möge 
dispilaton ge KEN En DE Pan DA 
ek der  Kalhalicche rn en, ie Si z. B. Bernhard rin . „Biblio- 
n Pädagogik“ gibt (9 [Freiburg 1896] 160 f); Ausführ-
	        
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