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Kapitel I. Die Hedonisten.
Mit der einen Hand kauft er den Produzenten (den
oder städtischen Grundbesitzern, den Kapitalisten und Arbeiter
wie sie Waleas nennt, „produktiven Dienste“ ab, nämlich die Frucht
barkeit ihrer Felder, die Produktivität ihrer Kapitalien, die Arbeits
kraft der Arbeiter, die Dienste der freien Berufe; und indem er
ihnen den von den Tauschgesetzen bedingten Preis zahlt, bestimmt
er das Einkommen eines jeden; dem Grundbesitzer zahlt er die
Bodenrente, dem Kapitalisten die Zinsen, dem Arbeiter den Lohn.
Zu welchem Preise aber? Wie setzt sich dieser Preis fest?
Wie an der Börse für irgendwelche Werte durch das Gesetz des
Angebots und der Nachfrage. Der Unternehmer verlangt so und so
viel Dienste zu dem und dem Preise. Der Eigentümer, der Kapitalist
oder der Arbeiter bietet so und so viel zu dem und dem Preise an.
Der Preis steigt oder fällt, bis die angebotenen und nachgefragten
Mengen von Diensten übereinstimmen.
Mit der anderen Hand verkauft der Unternehmer die land
wirtschaftlichen oder fabrizierten Erzeugnisse, die aus seinem Gut
oder seiner Fabrik stammen. Wem verkauft er sie aber? Denselben
Leuten, die das Kostüm gewechselt und sich zu Verbrauchern ver
wandelt haben. Es sind auch in der Tat dieselben Eigentümer
Kapitalisten und Arbeiter, die, nachdem sie als Verkäufer von
Diensten aufgetreten sind, wieder als Käufer von Produkten auf-
treten; — wer sonst sollte es denn auf der Bühne des Wirtschafts
lebens auch anders sein? Aus welcher Kulisse sollten sie auftreten?
Und auf diesem Markte der Erzeugnisse bestimmen sich die
Preise in der gleichen Weise wie auf dem anderen.
Hier aber entdeckt man plötzlich eine neue und noch großartigere
Seite dieses Gleichgewichts. Ist es nämlich nicht offenbar, daß der Ge
samtwert der produktiven Dienste auf der einen Seite und der Ge
samtwert der Produkte auf der anderen Seite mathematisch gleich
sein müssen, da die Unternehmer als Zahlung für die dem Ver
braucher gelieferten Produkte nicht mehr erhalten können, als sie
diesen gleichen Personen, die vorher Produzenten waren, als Zahlung
für ihre Dienste gegeben haben? Wo sonst sollten diese denn das
Geld hernehmen? Es ist ein geschlossener Kreislauf, wo die gleiche
Menge Flüssigkeit, die aus einem Hahn ausgelaufen ist, durch einen
anderen wieder zugeführt wird.
Wir finden hier etwas ähnliches wie das berühmte Tableau
economique Qüesnav’s (siehe oben S. 21), nur nähert es sich mehr
der Wirklichkeit 1 ).
IV
') Wenn jedoch dieses Schaubild als der Ausdruck der Wirklichkeit angesehen
werden soll, so ergibt sich die merkwürdige und unvorhergesehene Folgerung, daß