Kapitel II. Adam Smith.
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' Er zieht zugleich die Folgerungen aus diesem Gedanken. Da es
im allgemeinen die Arbeit, und nicht allein der Boden ist, der den
Reichtum erzeugt, so ist es auch nicht die Arbeit einer einzigen
Klasse, die der Landleute, sondern die Arbeit aller Klassen, die
Arbeit des ganzen Volkes, die produktiv ist. Die in einem Lande
jährlich erzeugten Güter sind das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit
aller, die dort arbeiten. Sie entstehen aus^ ihrem Zusammenarbeiten,
ihrer „Kooperation“, wie er selbst schreibt. So gibt es keinen Unter
schied mehr zwischen sterilen — nur die Müßiggänger sind steril —
und produktiven Klassen, sondern eine große W erkstatt, wo alle
verschiedenen Tätigkeiten zusammen an dem Reichtum der Gesamt
heit arbeiten. Die Stelle, in der A. Smith diesen Gedanken ausführt,
ist wohlbekannt und verdient hier ausführlich angeführt zu werden:
‘ „Welch mannigfaltige Arbeit ist ferner nötig, um die Werkzeuge
des geringsten unter diesen Arbeitern hervorzubringen! Von so
komplizierten Maschinen, wie es ein Schiff, eine Walkmühle, oder
selbst ein Webstuhl ist, gar nicht zu reden, wollen wir nur betrachten,
welch mannigfaltige Arbeit dazu erforderlich ist, jene höchst einfache
Maschine, die Schafschere, mit welcher der Schäfer die V olle ab-
schert, zu verfertigen. Der Bergmann, der Erbauer des Hochofens,
der Holzfäller, der Köhler, welcher Kohlen für die Schmelzhüttte be
lltet, der Ziegelstreicher, der Maurer, die Arbeiter, welche den Ofen
zu besorgen haben, der Mühlenbauer, der Grobschmied, der Schmied:
sie alle müssen ihre verschiedenen Arbeiten vereinigen, um sie zu
erzeugen. ' Wollten wir auf dieselbe Weise alle verschiedenen Teile
seines Anzuges und Hausrates untersuchen, das grobe, leinene Hemd,
welches er auf dem Leibe trägt, die Schuhe, die seine Füße bedecken,
daß Bett, worauf er liegt, und all die verschiedenen Teile, woraus es
besteht, den Rost in der Küche, auf dem er sein Speisen zubereitet,
die Kohlen, die er dazu braucht und die dem Erdinnere entgraben
Un d ihm vielleicht durch eine lange Land- und Seefahrt zugeführt
Worden sind, alle anderen Gerätschaften seiner Küche, alles iisch-
geschirr, die Messer und Gabeln, die irdenen oder zinnernen Teller,
denen er seine Gerichte aufträgt und schneidet, die verschiedenen
ände, die mit Bereitung seines Brotes und Bieres beschäftigt sind,
dle Glasfenster, die Wärme und Licht hereinlassen, Wind und Regen
abhalten, samt aller Kenntnis und Kunst, welche erforderlich war,
dlese schöne, glückliche Erfindung vorzubereiten, ohne welche diese
n °rdlichen Teile der Erde kaum eine sonderlich behagliche Wohnung
^halten konnten, dazu endlich die Werkzeuge all der verschiedenen
Arbeiter, die mit Hervorbringung der verschiedenen Genußmittel be
schäftigt sind — wenn wir, sage ich, alle diese Dinge betrachten und
erwägen,
Oid
welche Mannigfaltigkeit der Arbeit an jedes derselben ver-
e Eist, Gesch. d. Volkswirtschaft!. Lehrmeinungen.