Max Bloncourt. 117
möchten. Die hierher gekommen sind, sind gerade diejenigen, die das revo-
Jutionäre Ideal und ein menschliches Ideal verfolgen, und die sich mit allen
ihren Kräften aufopfern, um diese ungeheure imperialistische Unter-
drückung auf der ganzen Welt aufzuheben. Die imperialistische Unter-
drückung, die wir bei uns Kolonisierung nennen und die Ihr hier als
Imperialismus bezeichnet, ist die gleiche Sache. Alles dies kommt vom
Kapitalismus. Er ist es, der bei den Völkern der Hauptländer den Impe-
rialismus gebärt. Darum müssen diejenigen, die unter der kolonialen Unter-
drückung leiden, sich die Hände geben, und sich Seite an Seite mit denjenigen
stellen, die unter dem Imperialismus der Hauptländer leiden. Kämpft mit
den gleichen Waffen und zerstört das Weltübel, den Weltimperialismus.
Man muß ihn zerstören und ihn durch den Bund der freien Völker er-
setzen, dann wird es keine Sklaverei mehr geben.
Der Delegierte der Inter-Kolonialen Vereinigung, Sektion der alten Ko-
lonien und schwarzen Völker,
Max Bloncourt (Antillen)
ergreift das Wort:
"ch möchte nicht und meine Kameraden von den Antillen würden es auch
1 nicht verstehen, daß der Kongreß zu Ende ginge, ohne daß ich Ihnen
ihre brüderlichen Grüße überbracht und Ihnen nur ein Wort über die Lage
der Kameraden, die wir vertreten, gesagt hätte.
Frankreich, der französische Imperialismus, wirft dem englischen Impe-
rialismus entgegen, daß er der mörderischste von allen sei. Er behauptet
auch, daß der spanische Imperialismus mit unerhörter Gewalt gegen seine
Kolonien vorgegangen sei. Und, sich auf diese Erklärungen stützend, wendet
er sich gegen die unterdrückten Völker seiner Gebiete und sagt ihnen: „Wir
sind es, die die mildesten Zivilisierungsmethoden anwenden.‘ Unsere An-
wesenheit an diesem Kongreß widerlegt formell diese Behauptung.
Guadeloupe und Martinique sind Länder, von denen Sie vielleicht
das erstemal sprechen hören. Sie werden schon seit drei Jahrhunderten
unterdrückt, und die Rassen, die wir hier vertreten, sind nicht die Urein-
wohner dieser Gebiete. Diejenigen, die vordem das Land bewohnten, sind
Opfer unerhörter Gewalttätigkeiten geworden. Diese Völkerschaften wurden
vernichtet. Der französische Imperialismus, der eindrang, um die reichen
Ländereien auszubeuten, tat dann etwas, da die zur Ausbeutung dieser
Ländereien notwendige Arbeitskraft fehlte, was für die Geschichte der
Menschheit eine Schande ist. An den afrikanischen Küsten wurden Menschen