Object: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

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(1021) 1867 April 27 
men, und damit ist wieder Geld und ferner auch ein neuer litera- 
rischer Erfolg geschaffen. Die Sachen aus der Nleuen] Rhleini- 
schen] Z(eitung], der 18. Brumaire usw., werden dem Philister 
jetzt enorm imponieren, und haben wir auf dieser Basis erst wie- 
der etwas Terrain gewonnen, so finden sich auch bald noch aller- 
hand andre einträgliche Geschichten. Diese ganze Wendung der 
Sache ist mir ungeheuer erfreulich, erstens an sich selbst, zweitens 
wegen Deiner speziell und Deiner Frau, und drittens, weil es wirk- 
lich Zeit ist, daß sich dies Alles bessert. In 2 Jahren läuft mein 
contract mit dem Sau-Gottfried ab, und wie sich die Sachen hier x 
drehen, werden wir Beide schwerlich wünschen, ihn zu verlängern; 
es wäre sogar nicht unmöglich, daß schon früher eine Trennung 
einträte. Ist das der Fall, so muß ich aus dem Commerce ganz 
heraus; denn jetzt noch ein eignes Geschäft anzuf angen, hieße 
5—6 Jahre fürchterlich schanzen ohne nennenswertes Resultat und ı: 
dann noch 5—P6 Jahre schanzen, um die Früchte der ersten 5 Jahre 
einzuernten. Dabei ging ich aber kaputt. Ich sehne mich nach 
Nichts mehr, als nach Erlösung von diesem hündischen Commerce, 
der mich mit seiner Zeitverschwendung vollständig demoralisiert. 
Solange ich da drin bin, bin ich zu Nichts fähig, besonders seit- 2, 
dem ich Prinzipal bin, ist das viel schlimmer geworden, wegen der 
größeren Verantwortlichkeit. Wenn es nicht wegen der vermehr- 
ten Einkünfte wäre, möchte ich wahrhaftig lieber wieder Commis 
sein. Jedenfalls kommt mein Kaufmannsleben in wenigen Jahren 
zu End, und dann werden auch die Einnahmen sehr, sehr viel Spär- 25 
licher fließen, und das hat mir denn immer im Kopf gelegen, wie 
wir es dann mit Dir machen. Wenn das aber so geht, wie es sich 
jetzt anläßt, so wird sich auch das schon arrangieren lassen, selbst 
wenn nicht die Revolution dazwischen kommt und allen Finanz- 
projekten ein Ende macht. Geschieht das aber nicht, so behalte ich 2 
mir vor, mir zu meiner Erlösung einen Hauptspaß zu machen und 
ein heitres Buch zu schreiben: Leiden und Freuden der 
englischen Bourgeoisie. 
Auf Meißners Vorschlag kann ich nicht eingehn. Ein paar 
Bogen wären rasch zusammengeschmiert, aber etwas Größeres, 3: 
5 ä 8 Bogen, würden mehr Arbeit erfordern und für den jetzigen 
Kriegslärm zu spät kommen. Man kann doch nicht Sauereien 
ä la Vogts Studien zusammenschmieren. Außerdem würde die Ge- 
schichte mehr oder weniger als ein Parteimanifest angesehen, und 
da müßten wir doch zuerst einen Rat halten. Ich habe aber seit x 
längerer Zeit ein Anti-Russicum im Kopf, und wenn die Ereig- 
nisse mir einen Anhalt bieten, so fang ich gleich damit an und 
schreibe an Meißner. Die Frage bei mir ist nur noch die, ob ich 
das „Nationalitätsprinzip‘“ oder die „orientalische Frage“ in den 
Vordergrund stelle.
	        
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