Full text: Der Briefwechsel zwischen Marx und Engels 1861-1867 / herausgegeben von D. Rjazanov (Abt. 3, Briefwechsel, Bd. 3)

(1021) 1867 April 27 
1021. Engels an Marx in Hannover; Manchester 
1867 April 27. 
385 
Manchester, 27. April 1867. 
Lieber Mohr, 
Ich habe Deine beiden Briefe, den letzten gestern Nachmittag, 
bekommen und hätte Dir auf den ersten längst geantwortet, wenn 
ich gewußt hätte, wohin. Zuerst business. Deiner Frau, die mir 
aeute Morgen schreibt, schick’ ich £ 10 und ebenso gleich An- 
fang nächsten Monats an Wheeler die andern £ 10. Dies wird 
„ Dich in Beziehung auf diesen Punkt einiger Maßen beruhigen, 
für die Zukunft eröffnet sich nach dem, was Du schreibst, glück- 
licher Weise endlich auch eine erfreuliche Aussicht. Es ist mir 
immer so gewesen, als wenn dies verdammte Buch, an dem Du so 
lange getragen hast, der Grundkern von allem Deinem Pech war 
5 und Du nie herauskommen würdest und könntest, solange dies 
nicht abgeschüttelt. Dies ewig unfertige Ding drückte Dich kör- 
perlich, geistig und finanziell zu Boden, und ich kann sehr gut be- 
greifen, daß Du jetzt, nach Abschüttelung dieses Alps, Dir wie ein 
ganz andrer Kerl vorkommst, besonders da die Welt, sobald Du 
„ nur erst wieder einmal hinein kommst, auch nicht so trübselig 
aussieht wie vorher. Besonders wenn man einen so famosen Ver- 
leger hat, wie Mleißner] zu sein scheint. Übrigens fürchte ich, der 
Schnelldruck wird sich nicht anders machen lassen, als wenn Du 
selbst die ganze Zeit in der Nähe bleibst, d. h. auf dem Kontinent, 
„ denn auch Holland wäre für den Zweck noch nahe genug. Ich 
glaube nicht, daß die Gelehrsamkeit der Leipziger Korrektoren 
für Deine Art hinreicht. Meine Broschüre ließ Mlieißner] auch 
bei Wigand drucken, und was haben die Schisser mir für Zeug 
da hineinkorrigiert. Daß das Buch gleich bei seinem Erscheinen 
no großen Effekt machen wird, davon bin ich überzeugt, aber es wird 
sehr nötig sein, dem Enthusiasmus des wissenschaftlichen Bürgers 
und Beamten etwas auf die Beine zu helfen und die kleinen Ma- 
növer nicht zu verschmähen. Dafür wird n ach dem Er- 
scheinen von Hannover aus Manches geschehen können, und 
; auch amicus Siebel, der dieser Tage von Madeira, wie er sagt 
wohl und munter, zurückkehrt, und zwar über England, wird sich 
mit Vorteil in Bewegung setzen lassen. Dies ist gegenüber dem 
Literatenpack notwendig, von dessen gründlichem Haß gegen uns 
wir ja Beweise genug haben. Und dann wirken dicke, wissenschaft- 
“ liche Bücher ohne solche Nachhülfe ja doch nur langsam, mit der- 
selben aber — confer Herakleitos den Dunkeln usw. — sehr „zün- 
dend‘“. Dies muß aber diesmal um so sichrer und fleißiger ge- 
schehn, als es sich auch um finanz jelle Resultate handelt. 
Die gesammelten Aufsätze wird Mleißner] dann schon gern neh- 
Mary-FEngels-Gesamtausgahe. III. Aht., Bd. 3 25
	        
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