Full text : Organisation

I.  Die  Gmudurteile  der  Politik.

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ihrer  bedient,  sind  aber  darum  doch  nie  aus  diesen
Schemata  zu  begreifen.  Ein  lebendiger  Inhalt  kommt
nur  durch  bestimmte  Urteile  über  einzelne.  Probleme
in  diese  hinein,  deren  Mannigfaltigkeit  viel  größer  ist
und  von  Erfahrung  und  Leben  abhängt.  Daher  sind
sie  nicht  mehr  rein  rationalistisch,  sondern  ruhen  auf
Tatsachen  und  der  Auswahl  unter  diesen,  die  wir
Werte  nennen.  Von  da  ergibt  sich  stets  der  Übergang
zum  Sollen  und  zur  Norm,  so  auch  bei  unserem  Begriff
und  wir  wollen  im  folgenden  die  Organisation  als
eine  solche  betrachten  und  zusehen,  was  sich  ergibt,
wenn  sie  als  normativer  Wert  gelten  soll.  Das  kann
aber  in  Kürze  nur  in  den  w  i  ch  t  i  g  st  e  n  politischen  Grnndurteilenb
  geschehen,  da  eine  Vollständigkeit  hier  weder
erreichbar  noch  wünschenswert  erscheint;  Konsequenzen
auf  abliegendere  Fragen  ergeben  sich  leicht,  sobald  ein
Prinzip  feststeht  und  an  den  hauptsächlichsten  klargestellt ­
  ist.
Uralt  ist  der  Streit  über  die  Entstehung  des  Staates, ­
  ob  man  sie  sich  atomistisch  durch  den  Zusammenschluß
  Einzelner  vollzogen  denkt,  oder  ob  er,  wie  schon
Aristoteles  lehrte,  aus  Familien  bchteht,  also  mehr
molekular  aus  Menschengruppen.  L>eine  eigentliche
Schärfe  aber  bekam  dieser  Gegensatz  zu  allen  Zeiten
durch  die  Gedanken  des  Zweckes,  des  Rechtes,  des
Sollens,  die  man  mit  genetischen  Theorien  oder  bewußten ­
  Fiktionen,  wie  der  sogen.  Vertragstheorie,  die
einen  historisch  niemals  nachweisbaren  Staatsvertrag
an  den  Anfang  setzt,  zu  stützen  unternahm.  Dann  heißt
das  Problem:  ist  der  Einzelne  um  des  Staates  willen
da,  oder  dieser  um  des  Einzelnen  willen;  hat  der  Einzelne ­
  das  ursprüngliche  Recht  und  ist  er  der  Endzweck,
            
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