Full text: Organisation

II. Akratie und Aristagie. 
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im Grund etwas wesenhaft Individuelles ist. Nur 
durch unser künstliches System, das man einen Destil 
lationsprozeß vergleichen kann, gelingt es, etwas von 
dem fiktiven allgemeinen Volks willen einzufangen und 
zur Geltung zu bringen. In Wahrheit ist das, was ge 
schieht, niemals der Wille einer Millivnenmasse, son 
dern der Einzelner, die ihren Willen der Menge auf 
drängen oder deren Wünsche zu erraten suchen und ihn 
formulieren und fassen. Dieser komplizierte Prozeß, 
der vielerlei Abänderungen durchgemacht hat und noch 
durchmachen wird, gehört nicht hierher; das Archein 
ist mehr Gegenstand praktischer Erwägung und histori 
scher realer Entwicklung. Als positive Ergänzung zu 
dem negativen Begriff der Akratie ist etwas anderes 
nötig, das auch dem Archein zugrunde liegen und ihm 
die Richtschnur geben muß: das Agein oder Führen, 
Lenken der allezeit lenkbaren Menge. 
Der Begriff einer Aristagie bedarf einer doppelten 
Bestimnmng: was ist unter Agein und was unter den 
Aristoi zu verstehen ? Er ist gebildet in bewußtem Gegensatz 
zu dem bisher üblichen der Aristokratie, bei dem man mit 
Recht an dem Kratein Anstoß nahm. Aristarchie dagegen 
würde den Begriff in Parallele bringen mit Monarchie 
und Oligarchie und das eigentümliche nicht zum Aus 
druck bringen. 
Wer in einem Staate die Herrschaft ausübt, wird 
durch Geschichte und Recht entschieden und es bleibt 
dabei unbestimmt, ob ein befriedigender wünschens 
werter Zustand vorliegt; daher die Änderungen der 
Formen. Ein Agein aber durchzieht das ganze Leben 
des Volkes und ist ganz unabhängig von allen möglichen 
v. d. Pfordten, Organisation. 
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