Full text : Organisation

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IV,  Staatliche  und  private  Organisation.  99
Mönche  ausgenommen.  Tugend,  ursprünglich  Tüchtigkeit, ­
  muß  sich  irgendwie  ausleben  und  betätigen  und  kann
nicht  lediglich  in  Gesinnungen  bestehen,  wenn  man  nicht
die  Ethik  dem  wirklichen  Leben  ganz  entfremden  will.
Aber  auch  die  sogen.  Gesinnungsethik  rechnet  stets  mit
der  Umsetzung  ihrer  „reinen"  Prinzipien  in  irdisches
Tun.
Das  erste,  was  also  seine  ethische  Legitimation  zu
erweisen  hat,  ist  das  Privateigentum.  Und  das
kann  es  in  vollstem  Maße;  denn  es  ist  überhaupt  ein
Irrtum,  die  Ethik  lediglich  auf  die  soziale  Beziehung,
auf  das  Gemeinschaftsleben  aufbauen  zu  wollen.  Der
Fortschritt  der  Ethik,  der  Aufbau  einer  Kultur,  die  wirkliche ­
  „Entwicklung"  ist  historisch  gebunden  an  die  Emanzipation ­
  des  Einzelnen  von  der  Horde  und  der  Herausarbeitung ­
  des  Eigenwerts;  das  Neue,  das  Moment  des
Höheren  liegt  niemals  in  der  Masse,  sondern  zunächst
bei  Wenigen,  die  sich  auszeichnen  und  herausheben,
und  das  war  nicht  nur  immer  so  und  gilt  auch  heute
noch,  sondern  ist  auch  gar  nicht  anders  denkbar.  Der
Begriff  der  Persönlichkeit  aber  ist  unbedingt  ein
ethischer,  wenn  man  in  ihm  die  bloße  natürliche  Individualität ­
  mit  all  den  Werten  und  Normen  erfaßt,  die
der  einzelne  Kulturmensch  in  sich  zu  verwirklichen  imstande ­
  ist.  Und  zum  Ausleben  der  Persönlichkeit  in
Freiheit  und  Tat  ist  das  Privateigentum  historisch  nötig
gewesen  und  darum  auch  ethisch  berechtigt^;  denn  angewandte ­
  Ethik  läßt  sich  nicht  so  wie  ganz  abstrakte  Theorien ­
  von  den  Tatsachen  und  der  Empirie  trennen.
Der  wirkliche  Kulturfortschritt  bedurfte  es  und  bedarf
es,  nicht  nur  die  Freude  am  und  Befriedigung  durck
den  Besitz,  die  schon  Aristoteles^  für  das  Privateigentum
            
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