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Waisenhaus zu Oranienburg.
Die Kurfürstill Louise (+ 1667), Gemahlin Friedrich Wilhelms d. Gr.,
errichtete diese jetzt Königliche Anstalt 1665 znm Unterhalt und zur Er
ziehung von 24 Waisen (12 Knaben und 12 Mädchen). Jetzt finden
15 Knaben und 15 Mädchen Aufnahme und es wird dabei vorzüglich
auf elternlose Kinder von Beamten gesehen. Der Aufzunehmende darf
nicht unter acht,und nicht über zehn Jahre alt sein; die Knaben blei
ben bis zur Konfirmation, die Mädchen bis znm 17 tcu und 18 ten
Jahre in der Anstalt. Sie werden auf Kosten der Anstalt bei einenl
Lehrmeister,,-oder, wenn sie hervorstechende Anlagen zeigen, in dem
Alumnat des Joachimsthalschen Gymnasii untergebracht und mit den
nöthigen Mitteln znm Studzren, versehen. Die Mädchen, welche im
Hausejzu den häuslichen Geschäften, angeleitet werden, sollen statuten
mäßig bei ihrem Ausscheiden aus der Anstalt in Dienst untergebracht
werden. Die Mädchen bekommen bei ihrer Vcrheirathung ein Geschenk
von 20 Thlr. Den Unterricht genießen sämmtliche Waisen in der
Stadtschule;- Privat-Unterricht in der Musik ertheilt die Anstalt. Die
Gesuche um Aufnahme sind an die Königl. Regierung zu Potsdam zu
richten.
Waisenhaus für jüdische Kinder zn Paderborn.
Ein znr Aufnahme von 60 Kindern beiderlei Geschlechts aus den Pro
vinzen Westphalcn und Rheinland bestimmtes Institut.
Waisenhaus zn Quedlinburg,
1721 begründet, seit 1826 verlegt. Die darin aufgenommenen Kinder
(etwa 60) werden bis zu ihrer Konfirmation erzogen und in allen
Bedürfnissen unterhalten. Vermächtniß des Kaufmanns Johann Gott
lieb Schnlidt und seiner Ehegattin geb. Rndloff (f 1828) von
6000 Thlr. Gold. Die Zinsen von 8600 Thlr. Gold sollen zur Er
ziehung verwaisetcr Kinder) Me von 2400 Thlr. Gold zur baulichen
Erweiterung des Lokals verwendet werden.
Waisenhaus zü Rees.
Eo enthält 28 Waisen, zu deren Verpflegung und Erziehung jährlich
an 1400 Thlr. aufgewendet werden. Die Anstalt hat ein Vermögen
in Grundstücken von 5700, in Kapitalien von 18,340 Thlr.
Waisenhaus zu Schönlanke.
Eine evang. kirchliche Anstalt, von Privat-Personen gegründet, um ver-
. wahrloşete Kinder aufzunehmen und zu erziehen. Die Anstalt hat seit
1857 Korpöratissts-Rechte und besitzt ein Haus mit zwei Garten, wird
aber im klebrigen durch milde Beitrage erhalten. Sie nimmt jährlich
3-4 Kinder auf.
Waisenhaus zu Ecran (Frankfurt).
Im 17ten Jahrhundert von dem Grafen v. Pr omnitz für 15 Wai
sen (12 Knaben und 3 Mädchen) gestiftet und botivi. Die Anstalt
hat einen Vorsteher und wird von der Verwaltungs-Kommission für
die Dominial-Stiftungen beaufsichtigt. Jährlicher Bedarf 977 Thlr.