Contents: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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mann widerlegt den Einwand, daß Konsumvereine mit kaum 100 
Mitgliedern allgemein gut florierten. Es handle sich dabei um Aus 
nahmen, die nur die Regel bestätigten. Entweder seien diese Fälle 
dadurch möglich, daß die Verwaltung besonders opferwillig sei/) 
oder aber der Durchschnittsumsatz der Mitglieder betrage nicht 120 
bis 150 M., sondern 300—400 M. und mehr, indenr eben die ganze 
Dorfgemeinschaft, auch die kaufkräftigsten Einwohner, unter deren Tisch 
20 und mehr Personen ihre Füße strecken, zu den Mitgliedern rechnen. 
Die vielen Ermahnungen alter Konsumgenossenschaftspraktiker hat 
denn auch immer mehr dahin geführt, Verteilungsstellen mit größerer 
Vorsicht als bisher zu errichten und die vorhandenen Verteiluugs- 
stellen erst völlig auszunutzen. Das hindert nicht, daß große Vereine 
auf Grund ihres enormen Mitgliederzuwachses in einem Jahr 10 
oder 20 und noch mehr Abgabestcllen errichten können. 
Ein Teil der konsumgenossenschaftlichen Verteilnngsstcllen befin 
det sich in e i g e n e n H ä u s e r n der Genossenschaft, die andern in ge 
mieteten Räumen. Nach dem Konsumgenossenschaftlichen Hand 
buch für Aufsichtsratsmitglieder 3 4 ) ist es für angesehene Konsumge 
nossenschaften nicht schwer, geeignete Mieträume für die Verteilung zu 
erhalten, in der Regel sei sogar ein Ueberangebot zu verzeichnen. Die 
jungen Vereine hätten dagegen oft in dieser Beziehung Schwierig 
keiten, was häufig Anlaß gegeben hätte, sich eigene Verteilungsstellen 
zu errichten. Durch die damit verbundene Kapitalfestlegung seien 
aber manche Vereine auf die schiefe Ebene geraten. Es komme den 
jungen kapitalschwachen Genossenschaften in der Regel billiger zu 
stehen, wenn sie eine höhere Miete zahlten, als wenn sie sich der Be 
triebsmittel beraubten. Der Häuserbau hat auch deshalb etwas Ver 
lockendes, weil gleichzeitig damit Wohnungen für die Mitglieder ge 
schaffen werden. 
Die Abgabestellen sind durchweg einfache, geräumige Läden, auf 
deren Sauberkeit besonders Gewicht gelegt wird. Auch sind die Ver 
teilungsstellen heller, als Läden es gewöhnlich zu sein pflegen. Das 
3) Verfasser ds. lernte kürzlich selbst einen typischen Fall dieser Art 
kennen. Es handelt sich dabei um einen kleinen Verein, dem nur 60 Mitglieder 
angehören, mit einem Durchschnittsunisatz pro Mitglied und Jahr von 170 M. 
(Der Umsatz in Kohlen und Düngermitteln ist in diese Zahlen nicht eingerechnet.) 
Die Unkosten betrugen nur 700 M. Damit mußte die Miete für die Abgabe 
stelle, Licht, Heizung usw. gedeckt werden. Ferner erhielten daraus Geschäfts 
führer, Kassierer und der nebenberuflich tätige Verrteiler, soweit sie nicht ehren 
amtlich tätig waren, ihre Vergütung, die folglich nur sehr gering gewesen sein 
kann. Der Verein verteilte 5 o/o Rückvergütung. 
4 ) Rupprecht, a. a. O. S. 62 f.
	        
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