Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

Gleichzeitig  werden  Vereinbarungen  hinsichtlich  des  gegenseitigen
Geschäftsverkehrs  getroffen.  Ist  der  Verkehr  einseitig,  z.  B.  wenn
die  Bank  an  dem  betr.  Orte  bereits  eine  Filiale  besitzt,  so  räumt
sie  dem  Institut,  deren  Aktien  sie  erworben  hat,  ein  Meistbegünstignngsrecht
  ein.  Gewöhnlich  erfolgt  auch  wechselseitige  Entsendung ­
  je  eines  oder  mehrerer  Vertreter  in  den  Aufsichtsrat  der
anderen  Gesellschaft.  Bei  der  Verbindung  einer  Aktien-  mit  einer
Kommandit-Aktiengesellschaft  erfolgt  die  Bestellung  von  Aufsichtsratsmitgliedern
  der  Aktiengesellschaft  zu  persönlich  haftenden
Gesellschaftern  der  Kommanditgesellschaft  und  umgekehrt.
Die  Höhe  der  Beteiligung  ist  bei  einigen  Banken  aus  dem  Geschäftsbericht ­
  zu  ersehen.  So  war  z.  B.  Anfang  1926  die  Diskonto-Gesellschaft
  mit  31,6  Millionen  NM  bei  anderen  Banken  und
Bankfirmen  beteiligt.
Durch  Kundschaftsbestände  und  durch  Zurverfügungstellen  von
Depots  anderer  Banken  ist  eine  Bank  in  der  Lage,  ihre  Stimmenzahl ­
  in  der  Generalversammlung  erheblich  zu  erhöhen)
o)  ohne  Aktienübernahme,  durch  Vertrag.  Während  die  Interessengemeinschaft ­
  Dresdner  Bank  und  A.  Schaaffhansenscher  Bankverein ­
  nach  kurzem  Bestehen  wieder  aufgehoben  wurde,  hat  die
Interessengemeinschaft  Darmstädter  Bank  und  Nationalbank  für
Deutschland  bald  zu  einer  Fusion  geführt.
B.  A  u  f  indirekten!  Wege,  mittels  Dezentralisation
des  Betriebes:
1.  durch  Begründung  von  Kommanditen.  In  der  Regel  handelt  es  sich
um  die  Verbindung  einer  Bankaktiengesellschaft  mit  einer  privaten
Bankfirma;  die  Bank  beteiligt  sich  ander  Bankfirma  —  deren  Chefs
in  vielen  Fällen  ihre  früheren  Beamten  waren  —  durch  Komman»
ditierung  ss.  S.  135).  Das  Verfahren  hat  sich  nicht  immer  bewährt;
kleinere  Institute  wenden  es  öfter  an  als  größere;
2.  durch  Errichtung  von  Filialen  und  Depositenkassen.  Der  Erwerb
einer  bestehenden  Firma  bietet  die  Möglichkeit,  einen  festen  Kundenkreis ­
  und  eine  mit  den  örtlichen  Verhältnissen  vertrante  Beamtenschaft ­
  zu  übernehmen.
Infolge  dauernder  Beteiligungen  (durch  Gründung  oder
Aktienerwerb)  —  der  Prozentsatz  ist  naturgemäß  bei  den  einzelnen  Jn-126


            
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