Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

willigten,  aber  noch  nicht  in  Anspruch  genommenen  Kredite  —,  dann
aber  werden  in  Deutschland  bei  einigen  Banken  die  Depositen  nicht
getrennt  von  den  Kreditoren  aufgeführt  und  ferner  die  Depositen  bei
Privatbankiers,  da  diese  Ziffern  unbekannt  sind,  nicht  mitgezählt.  Zn
berücksichtigen  ist  weiter,  daß  die  Höhe  des  Sparkassenguthabens  für  den
Kopf  der  Bevölkerung  bei  Kriegsausbruch  in  Deutschland  etwa  280  M,
in  Großbritannien  nur  etwas  über  100  M  betrug  Z.
Die  fremden  Gelder  der  englischen  Banken  setzen  sich  zusammen  aus:
Kontokorrentgeldern  senrrent  accounts)  und  Depositengeldern  (deposit
accounts).  Kontokorrentgelder  sind  in  der  Hauptsache  die  Betriebsreserven
der  Geschäftswelt,  Depositengelder  dagegen  Kapitalien,  für  die  augenblickliche ­
  Verwendung  nicht  besteht  sSpargeldersi  Über  Kontokorrentguthaben
kann  mittels  Scheck  verfügt  werden,  nicht  dagegen  auch  über  Depositenguthaben. ­
  Für  diese  verlangen  die  englischen  Banken  in  der  Regel  eine
Kündigungsfrist  von  mindestens  7  Tagen.
Nach  B  a  g  e  h  o  t  betrug  die  Summe  der  bekannten  Depositen  Ende  1872
in  London  120,  in  Deutschland  8  Millionen  £.
Nach  dem  „Economist"  betrugen  die  englischen  Depositen:  Anfang  1892
630,  1902  790  Millionen  £.
Der  „Deutsche  Ökonomist"  bezifferte  die  deutschen  Depositen:  Anfang
1892  auf  789,4,  Anfang  1902  auf  1811,6  Millionen  M.
Deut  sch  e  Banken:

Fremde  Gelder  in  Millionen  RM
Ende  1926  |  Ende  1913

Deutsche  Bank

1509

1580

Diskonto-Gesellschaft

864

674

Dresdner  Bank

1353

958

Darmstädter  und  Nationalbank  .  .

1327

849

Commerz-  und  Privat-Bank

789

316

Berliner  Handels-Gesellschaft  .  .

349

297

Mitteldeutsche  Creditbank

128

131

6819

4805

Die  ungeheure  Kapitalmacht  der  englischen  Großbanken  läßt  sich
am  besten  erkennen,  wenn  man  ihre  Bilanzziffern  mit  denen  der  deutschen
Großbanken  vergleicht.  Die  Depositen  sind  heute  in  England  rund
10mal  so  groß  wie  in  Deutschland,  d.h.  sie  betragen  etwa  33  Milliarden  NM.
i)  In  Frankreich  kamen  vor  Kriegsausbruch  auf  den  Kopf  der  Bevölkerung ­
  120,  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  195  M  Sparkasseneinlagen.

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