Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Privatdiskonten seien, um welche Beträge cs sich handle, und welcher Dis 
kontsatz gewünscht werde. 
Eine amtliche F c st st e l l u n g des Privatsatzes durch Kursmakler 
und eine amtliche Notierung erfolgt an der Berliner Börse nicht. 
Zu einer bestimmten Zeit wird au einer Säule zwischen dem zweiten und 
dritten Börsensaal — wo die Firma F. Meißner & Co. ihren Sitz hat — 
formlos eine Tafel, auf der ein Prozentsatz mit Kreide geschrieben ist, be 
festigt. Die Zahl bedeutet die Höhe des Privatdiskontsatzes. 
Aber nur die Spitzen sAusglcichsposten) der Privatdiskonteu kamen und 
kommen zur Börse. Ein sehr erheblicher Teil Privatdiskonten wurde dem 
Kunden von der Bank auf Grund allgemeiner Vereinbarungen fest ab 
genommen, oder er wurde vorbörslich telephonisch, von Büro zu Büro 
gehandelt. 
Wenn auch seit dem 1. April 1925 wieder ein Privatdiskont markt 
besteht, so hat sich doch der Charakter der Privatdiskonten gegenüber der Vor 
kriegszeit wesentlich geändert. Zum Privatdiskont werden heute nur noch, und 
zwar in relativ geringen Beträgen, Bankakzepte gehandelt, nicht auch die 
Akzepte großer Handels- und Industrieunternehmen. Dagegen ist der Handel 
mit Lankgirierten Warenwechseln getreten, wobei der Zinssatz 
dauernd schwankt. 
Einen Überblick über die Lage des Geldmarktes gibt die 
Tabelle auf Seite 228/29. 
b) Ankauf v o u W e ch s e l n. 
et) Die Diskontnota. 
Das Wechscldiskontgeschäft spielt eine große Nolle bei den Privatbanken 
und ist von jeher auch das Hauptaktivgeschäft der Neichsbank gewesen. Die 
zinstragende liquide Kapitalanlage der Reichsbank hat immer zum aller 
größten Teil aus Jnlandswcchseln bestanden. 
Das alte wie das neue Bankgcsctz weisen die Reichsbank ausdrücklich 
auf die Pflege des Diskontgeschäfts hin: Für den vollen Betrag der aus 
gegebenen Banknoten müssen, soweit nicht Bardeckung vorhanden ist, dis- 
kontierteWechsel fund Schecks) zur Deckung bereit gehalten werden. 
Wie diese Wechsel beschaffen sein müssen, sagt § 21 des Bankgcsetzes voin 
30. August 1924 ss. S. 177). Am 31. Dezember 1926 betrug der Anteil 
von Wechseln mit zwei Unterschriften 8,5 % sgcgen 11,7% Ende 1925). 
Der Satz, zu dem die Reichsbank Wechsel ankauft, ist einheitlich 
fürs ganze Reich, und er bildet die Norm für das Diskontgeschäft der
	        
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