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Frage, ob Scheck oder Giro, läßt sich nicht einheitlich beantworten, es
kommt vielmehr ans die Verhältnisse an.
Das Schreibwerk, das einer Bank durch einen Zahlungs- oder Überweisungsauftrag
eines Kunden erwuchs, war bis vor kurzem groß: X hatte
bei der Depositenkasse F der X°Bank in Berlin, Y bei der Depositenkasse 6
der L-Bank in Dresden ein Konto. X gab seiner Depositenkasse F den Auftrag,
500 M auf das Bankkonto des X zu überweisen. Da eine Depositcnkasse
einer Bank kein Girokonto bei der Reichsbank unterhält, gibt sic den
Auftrag schriftlich an ihre Hauptbank. Das Korrespondenzbüro erteilt
mittels Scheck der Hauptkasse den Auftrag, „500 M durch Reichsbank-Giro
an die L-Bank in Dresden, zugunsten deren Depositenkasse 0, für Rechnung
des X, zu Lasten unserer Depositenkasse F zu überweisen". Der
Kassenbeamte gab den Auftrag auf rotem Formular an die Reichsbank;
vorher erfolgte aber noch Kontrolle, ob der Auftrag richtig ausgeschrieben
und der Korrespondenzscheck mit dem Signum des Abteilungsleiters versehen
war. Der Kassenbeamte, der den Auftrag weitergab, schrieb eine Belastungsaufgabe
aus, die in der Kasse und Prima-Nota gebucht wurde. Der
Korrespondent erteilte der Depositenkasse F Belastungsaufgabe, der Kontrolleur
prüfte die Nichtigkeit. Die Reichsbank gab diesen Auftrag weiter
an die Reichsbankhauptstelle Dresden — und etwa ebensoviel Manipulationen
wie bei der Y-Bank in Berlin ivaren bei der L-Bank in Dresden,
die von der Überweisung schriftlich durch die Depositenkasse F in Berlin
benachrichtigt ist, erforderlich. Welche Arbeit dadurch entstand, selbst unter
Berücksichtigung, daß täglich eine große Zahl Überweisungen ans gleiche
Plätze erfolgten, ist ersichtlich.
Durch Mechanisierung des Bank betriebest ist cs möglich,
eine Anzahl dieser Manipulationen in einem einzigen Arbeitsgange
zu erledigen und dadurch viel Zeit fauch durch Wegfall zahlreicher Kontrollen!)
zu sparen.
Eine Vereinfachung (Verminderung der Schreibart) und Beschleunigung
des P l a tz ü b e r w e i s u n g s v e r k e h r s haben die der Berliner Abrechnungsstelle
angehörenden Banken und Bankfirmen durch das Eilavisverfahren
geschaffen.
*) Ausführliches hierüber und über Rationalisierung enthält an der
Hand praktischer Beispiele meine „Bankbuchhaltung". Stuttgart 1925.