Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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bei  Aushändigung  des  Kreditbriefes,  oder  aber,  was  die  Regel  bildet,
die  einzelnen  abgehobenen  Posten,  sobald  sie  hierüber  von  der  Firma,  bei
der  die  Abhebung  erfolgt  ist,  Nachricht  erhalten  hat.
Für  die  A  u  s  s  ch  r  e  i  b  u  n  g  des  Kreditbriefes  wird  eine  Provision  von
V«—Vs  %  berechnet.  Die  Firma,  bei  der  der  Betrag  erhoben  wird,
zieht  ca.  %  %  Provision  für  den  durch  sic  gezahlten  Betrag  ab.  —
Auch  die  Postscheckämter  stellen  P  0  st  -  K  r  e  d  i  t  b  r  i  e  f  e  bis
zu  3000  RM  aus,  auf  Grund  deren  bei  allen  deutschen  Postanstalten  Abhebungen ­
  bis  zu  1000  RM  täglich  erfolgen  können.
Größere  Bedeutung  hat  in  neuerer  Zeit  der  Kreditbriefverkehr  der
Sparkassen  s„Rob",  Abt.  für:  Reise  ohne  Bargeld)  und  der  des  genossenschaftlichen
  Girovcrbandes  der  Dresdner  Bank  sHöchstbetrag:
  1000  RM)  erlangt.
8.  Effektengeschäfte.
a)  Effekten-EmissionZ.  sSiehe  Beilage  2  und  3.)
Über  die  Emission  einer  Effektengattung,  der  Hypothekenpfandbriefe,
ist  bereits  sS.  200  ff.)  gesprochen  worden.  Obgleich  es  sich  beim  Emissionsgeschäft ­
  in  vielen  Fällen  um  eine  Kreditgewährung  handelt,  soll  es  doch  im
Zusammenhang  an  dieser  Stelle  besprochen  werden.
Nimmt  ein  Staat,  eine  Provinz,  eine  Stadt,  eine  Gesellschaft  usw.
eine  neue  Anleihe  auf,  wird  eine  neue  Aktiengesellschaft  gegründet  —
ganz  gleich,  ob  dies  durch  Umwandlung  eines  bereits  bestehenden  Unternehmens
  geschieht  oder  nicht  —,  oder  wird  das  Kapital  einer  bestehenden
Gesellschaft  erhöht,  so  werden  die  Obligationen  bzw.  Aktien  nieist  einem
Bankhaus  oder  einem  Konsortium  sd.  h.  einer  zu  diesem  Zweck  geschaffenen ­
  Vereinigung)  von  Bankhäusern  überlassen,  das  unter  sonst  gleichen
Bedingungen  im  S  u  b  m  i  s  s  i  0  n  s  w  e  g  e  den  höchsten  Kurs  bietet.
Z  Literatur:  R.  Eberstadt,  Der  deutsche  Kapitalmarkt.  Leipzig
1901.  R.  Liefmaun,  Beteiligungs-  u»d  Finanzierungsgescllschaften.  4.  Ausl.
Jeua  1923.  W.  L  0  tz,  Die  Technik  des  deutschen  Emissionsgeschäftes.  Leipzig
1890.  Paul  Model,  Die  großen  Berliner  Effektenbanken.  Jena  1896.
H.  S  a  t  t  l  e  r,  Die  Effektenbanken.  Leipzig  1890.  E.  Schmalenbach,
Finanzierungen.  Leipzig  1922.  Die  „Bank",  der  „Deutsche  Ökonomist"  und
die  „Frankfurter  Zeitung"  liefern  zahlreiches  statistisches  Material.  Anschauungsmaterial ­
  bringt  die  Arbeit  von  H  a  n  i  s  ch  nnd  Prion,  Effekten
und  Verkehr  in  Effekten.  Leipzig  1923.
            
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