reichen unter Angabe des jährlich per Betriebskilometer zu zahlenden
Pachtpreises, der entweder ein fester für die ganze Pachtzeit oder ein für
bestimmte Zeiträume abgestufter sein kann. Der Pachtpreis soll unter Zu-
grundelegung eines Reingewinns von höchstens 5% vom wirklichen Wert
der Linien berechnet und gleichzeitig die prozentuale Mehr-Abgabe fest-
gelegt werden für den Fall, daß der Reingewinn 5% übersteigt. Nach
Ablauf des Pachtkontrakts sind die gesamten Linien mit allem Zubehör
in gutem Zustande dem Staate zu überliefern, ohne daß dafür irgendeine
Entschädigung gewährt wird. Zur Bezahlung der verschiedenen Arbeiten,
die aut Grund des Gesetzes ausgeführt werden, sind 5%ige innere Schuld-
titel, Bonos de Ferrocarriles, auszugeben. Der Regierung steht es frei, ent-
weder mit diesen Titeln oder mit Geld zu bezahlen. Die Erträge aus der
Verpachtung ‘werden für den Schuldendienst der Titel verwendet. Die
Regierung wird ermächtigt, die Bahnlinie von San Antonio nach Nahuel
Huapi zu verkaufen, mit der Verpflichtung, daß sie der Käufer fertig baut.
Ebenso können die übrigen im Bau befindlichen patagonischen Linien mit
der Verpflichtung der Fertigstellung verkauft werden, und die in der Ein-
flußzone dieser Bahnlinie liegenden fiskalischen Ländereien können in den
Verkauf mit eingeschlossen werden.
Angebot der Wenige Tage nach dem Bekanntwerden des vorbeschriebenen Gesetz-
ana 8 entwurfs‘ reichte eine französische Gesellschaft, die Regie Generale: des
Chemins de Fer et Traveaux Publics ein Angebot ein, das unter Speziali-
sierung von bereits früher (im November 1912) gemacäten Vorschlägen
die Bedingungen darlegte, unter denen die Regie Generale den Ausbau des
Staatsbahnnetzes zu übernehmen gewillt war. Der eingereichte Plan sieht den
Bau von 3743 km Strecke vor. Die für den Ausbau der einzelnen Linien ge-,
forderten Preise bewegen sich zwischen 17 000 und 37 000 $ Gold per km. Die
Gesamtkosten des Ausbaues der Staatsbahnlinien werden auf 105472700 $ Gold
berechnet, doch behält sich die Gesellschaft vor, vom Bau einzelner Linien
zurückzutreten, wenn die Vorstudien erweisen, daß die genannten Preise
hierfür nicht ausreichen. Die Kosten der Vorarbeiten sind in solchen
Fällen mit 200 $ Gold per km zu vergüten. Die verschiedenen Linien
sollen sechs Jahre nach Unterzeichnung. der betreffenden Verträge fertig-
gestellt sein. Die Regie Generale übernimmt den Betrieb sämtlicher Linien
sechs Jahre hindurch unter der Aufsicht des Staates, an den 80% des
evtl. Nutzens abzuführen sind, während ein entstehendes Defezit ganz zu
seinen Lasten gehen soll. Die Gesellschaft übernimmt ferner den Bau der
Hafenanlagen in San Antonio, Comodoro Rivadavia, Punta Deseado, Baran-
queras, Formosa und Diamante. Für die Ausführung der Arbeiten wird
die Regie Generale eine Baugesellschaft ins Leben rufen, welche Aktien
und 5%ige Obligationen ausgibt. Der Gesamtbetrag dieser Emissionen
wird im Einvernehmen mit der Regierung festgesetzt, nachdem die Kosten
der verschiedenen Linien feststehen. Die ausgegebenen Obligationen sollen
innerhalb 80 Jahren getilgt sein.
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