Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

363

durch  Ausgabe  eigener  Banknoten,  teils,  indem  er  sich  außerordentliche
Vorschüsse  von  den  Emissionsbanken  geben  ließ,  unter  entsprechender
Erhöhung  deren  Kontingente.  Ende  Juni  1926  tvar  der  Notenumlauf  der
3  Banken  auf  21,5  Milliarden  Lire  angewachsen.
Vom  30.  Juni  1926  ab  hörten  die  beiden  südlichen  Institute,  Banco
di  Napoli  und  Banco  di  Sicilia,  auf,  Notenbanken  zu  sein.  Ihr  Emissionsrecht ­
  wurde  auf  die  nunmehrige  Z  e  n  t  r  a  l  n  o  t  e  n  b  a  n  k,  die  Banca
d’Italia,  deren  Privileg  bis  Ende  1930  erweitert  wurde,  übertragen.  Der
Banco  di  Napoli  und  die  Banca  di  Sicilia  wurden  in  Kreditbanken  mit
bedeutenden  Kapitalien  umgewandelt.
d.  Die  Schweizerische  Katwnalbank  *).
Die  lang  geplante  Zentralisierung  des  Schweizer  Notenbankwesens  ist
durch  Bundesgesetz  vom  6.  Oktober  1905  verwirklicht  worden,  und  damit
ist  in  Europa  das  letzte  Vielbanksystem  geschwunden.  Anfangs  hatte  die
Systemfrage,  später  die  Frage  des  Sitzes  der  Bank  (Bern  oder  Zürich)
Anlaß  zu  großen  Streitigkeiten  gegeben.  Im  Juni  1925  wurde  der  Nationalbank
  das  ausschließliche  Recht  zur  Notenausgabe  bis  zum  20.  Juni
1937  erneuert.
Der  Inhalt  des  Gesetzes  ist  in  der  Hauptsache  folgender:  An  die  Stelle
des  Vielbanksystems  tritt  das  Monopolbanksystem.  Die  unter  dem  Namen
Schweizerische  Nationalbank  zu  errichtende  Notenbank,  die  unter  Mitwirkung ­
  und  Aufsicht  des  Bundes  verwaltet  wird,  erhält  das  ausschließliche
Recht  der  Notenausgabe.  Hauptaufgabe  der  Bank  ist  die  Regelung  des
Geldumlaufs  im  Lande  und  die  Erleichterung  des  Zahlungsverkehrs.  Sie
hat  ferner  den  Kassenverkehr  des  Bundes,  soweit  er  ihr  übertragen  wird,
unentgeltlich  zu  übernehmen.
In  Bern  ist  der  rechtliche  und  administrative  Sitz  der  Bank.  Dort
gehen  die  staatlichen  Funktionen  der  Bank  vor  sich:  die  Notenemission,
i)  Literatur:  P.  Gygax,  die  Verwirklichung  der  Schweizerischen  Zentralbankidee. ­
  Jena  1905.  A.  H  a  f  f  n  e  r,  Das  Notenbankwesen  in  der  Schweiz,
England  und  Deutschland.  Stuttgart  1908.  Adolf  Jähr,  Die  Schweizerischen ­
  Notenbanken  1826—1913.  Zürich  1915.  I.  Landmann,  Entwurf  eines
Bundesgesetzes  betr.  den  Betrieb  und  die  Beaufsichtigung  von  Bankunternehmungen. ­
  Zürich  1916.  D  e  r  s.  Art.:  Banken  in  der  Schweiz  im  Handwörterbuch ­
  der  Staatswissenschaften.  Jena  1928.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.