Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Obligation, ber aber bei manchen Gesellschaften nicht allzu hoch zu be- 
Iverten sein dürfte. 
Seit Herbst 1923 werden wertbeständige Obligationen (Sach 
wert a n l e i h e ns, die auf eine bestimmte Menge Kohle, Kali, Holz, 
Zucker usw. lauten, ausgegeben. Sie werden in RM pro Werteinheit 
(Tonne und Feingold) gehandelt; Stückzinsberechnung erfolgt bei ihnen nicht. 
r. Aktien'). 
a) D ic Aktiengesellschaft. Technik der Gründung. 
Der Ursprung der Aktiengesellschaften ist in Oberitalien zu suchen; ein 
Zusammenhang mit den italienischen M o n t i und der alten Reederei- 
g e s e l l s ch a f t steht nach neueren Forschungen außer Frage. Der 
moderne Aktien Handel begann im Anfang des 17. Jahrhunderts, 
nach Begründung der Ostindischen Handels-Kompagnie [lüS02] * 2 ). Lange 
Zeit nur auf Amsterdam beschränkt, dehnte sich der Handel auf die neuen 
Verkehrszentren, London und Paris, aus und erlangte allmählich erst 
seinen heutigen Umfang. Inhaberaktien wurden zuerst in Frankreich 
durch Law eingeführt. In einer späteren Zeit mußte die Erlaubnis 
zur Gründung von Aktiengesellschaften meist vom Staate nachgesucht 
werden. In Deutschland fiel diese Aufsicht durch die Novelle vom 11. Juni 
1870 weg. Bald aber stellten sich mannigfache Mißstände heraus, so daß 
die einen nichts weniger als Abschaffung der Aktiengesellschaften, die 
anderen ein neues Aktiengesetz verlangten. 
Eine durchgreifende Änderung erfuhr das Aktiengesetz durch das 
Reichsgesetz, betreffend die Kommanditgesellschaf 
ten auf Aktien und die Aktiengesellschaften vom 18. Juli 
1884. Zahlreiche weitere Änderungen brachte dann das Handels 
gesetzbuch vom 10. Mai 1897, das in den §§ 178 bis 319 das Aktien 
recht behandelt. Drei Stadien in der Gesetzgebung über Aktiengesell- 
schasteu sind zu unterscheiden: 
1) Literatur: I. Fcstner, Art. „Aktiengesellschaft" im „Buch des Kauf 
manns". Ed. Heilfron, Lehrbuch des Handelsrechts. Mannheim 1923. 
von L e w i n s k i und S i n t e n i s , Das Recht der Handelsgeschäfte und 
Handelsgesellschaften. Leipzig 1909. W. R a t h e n a u , Vom Aktienwesen. Ber 
lin 1917. Kommentare zum Handelsgesetzbuche von Ehrcnberg, Staubn, a. 
2 ) Die erste Gewinnverteilung erfolgte 1605 in Höhe von 1B °/ 0 , und zwar 
nicht in bar, sondern in Pfeffer.
	        
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