31
Mengen Silbergeld im Umlauf zu erhalten, wurde später beschlossen, auf der
Grundlage geprägter, nicht in den Verkehr gebrachter Silberdollars, Silber
zertifikate auszugeben. Als trotz dieser Maßregeln der Silberpreis weiter fiel,
wurde am 1t. Juli 1890 die Blandbill durch die Shermanbill — benannt
nach ihrem Antragsteller, dem Senator Sherman — ersetzt. Diese besagte, der
Schatzsekretär habe monatlich 4Va Millionen Unzen (1 Unze = 31,1035 Gramm)
Silber in Barren anzukaufen. Für das Silber wurden S ch a tz s ch e i n e
streasur^ nots8) in Beträgen von 1—1000 Dollars ausgegeben, die jederzeit
auf Verlangen vom Schatzamte in Gold umgetauscht werden konnten.
Als dann Indien durch die Silberentwertung in immer größere Bedrängnis
gekommen war und infolgedessen 1883 seine Münzstätten für die private Silber
prägung geschlossen hatte, da erkannte auch der Kongreß der Vereinigten
Staaten von Amerika, wie verhängnisvoll es für die Finanzen des Landes sei,
wenn die Vereinigten Staaten noch weiterhin für ihr gutes Gold, das aus dem
Lande wanderte, minderwertiges Silber erhielten. Allein von allen Staaten
den Silberwert zu halten, war für die Vereinigten Staaten nicht möglich, und
so hoben sie, trotz des heftigen Widerstandes der Silberpartei, am 1. November
1893 die Shermanbill auf. Durch Gesetz vom 14. März 1900 ist die Gold
währung in den Vereinigten Staaten eingeführt worden.
Japan ist 1897, Bolivien 1906 von der Silber- zur Goldwährung
übergegangen. Faktisch besteht heute Silberwährung in keinem Lande mehr.
b) Goldwährung.
Gold ist frei ausprügbar. Goldmünzen allein sind gesetzliches Zah
lungsmittel bis zu jedem Betrage. Die Silbermünzen, die außerdem
umlaufen, sind ein Hilfsgeld, sind Scheidemünzen, die weniger
Metallgehalt besitzen, als ihrem Nennwert entspricht, nur in beschränktem
Betrage angenommen zu werden brauchen und den Kleinverkehr er
leichtern sollen.
Bei der zunehmenden Erkenntnis der Vorteile und Vorzüge, die die
Goldmünzen vor den Silbermünzen haben, führte ein Staat nach dem
anderen bei einer ihm günstig erscheinenden Gelegenheit die Goldwäh
rung ein. „Nicht, weil das Gesetz der Silberprügung Schranken ge
zogen hat/' sagt B a m b e r g e r in seiner Schrift ,Stichworte der Silber-
leute', „hat das Silber an Verwendbarkeit verloren, sondern weil man
es nicht mehr verwenden w o l l t e, hat das Gesetz sich entschließen müssen,
Schutzmaßregeln gegen den übermäßigen Zudrang zu ergreifen. Der
Beleg für die Richtigkeit ist schon deutlich durch die Vorgänge in Amerika
beigebracht. Hier hat man ohne Rücksicht auf den Bedarf große Mengen