Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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verkäuflich  werden.  Die  Ausschaltung  der  Kontermine  im  Kriege
hat  zweifellos  bewirkt,  daß  der  Hemmschuh,  den  die  Baissetendenz  für  jede
Aufwärtsbewegung  bildet,  der  Kriegsspekulation  gefehlt  hat.
Ein  wirtschaftliches  Bedürfnis  erfüllt  der  Terminhandel  ferner
bei  der  Arbitrage  in  internationalen  Werten  ssiehe  S.  484  ff.)  und
beiin  Handel  derjenigen  Valuten,  deren  Kurse  größeren  Schwankungen
unterworfen  sind.  Kassa-  und  Termin  geschäft  lassen  sich  nicht  voneinander ­
  trennen.  Ursache  für  den  Terminhandel  ist  da  gegeben,  wo  es
technisch  unmöglich  ist,  nur  „per  Kasse"  Geschäfte  abzuschließen.  Kasseohne
  Termingeschäft  ist  technisch  vielfach  undurchführbar.  Jedes  dieser
.Geschäfte  will  das  Vorhandensein  der  anderen  Geschäftsart.
„Wer  per  Kasse  handelt,  benutzt  ebenso  wie  derjenige,  der  Zeitgeschäfte  eingeht, ­
  den  ganzen  periodisch  zusammenhängenden  Apparat  der  Börse  *)."
Die  Gegner  des  Terminhandels  sehen  nur  die  Schäden,  die  der
Mißbrauch  des  Zeitgeschäftes  und  die  Ausschreitungen  der
Spekulation  anrichtet.  Sie  machen  keinen  Unterschied  zwischen  der  gesunden, ­
  volkswirtschaftlich  wohlberechtigten  Spekulation,  die  schon  deswegen ­
  von  größter  Wichtigkeit  ist,  weil  durch  sie  größere  Kursschwankungen ­
  nach  oben  sowohl  wie  nach  unten  vermieden  tverden,  und  der  Jobberei ­
  von  Leuten,  denen  jegliche  Sachkenntnis  abgeht.  Die  Vorzüge  des
Terminhandels  sind  tveit  größer  als  die  Nachteile,  die  durch  Ausschreitungen ­
  entstehen.  Spekulation  und  Spiel  sind  grundverschieden.
Der  Spekulation  in  einem  gewissen  Umfange  bedarf  die  Wirtschaft.  „Die
Spekulation  in  die  richtige  Wege  zu  leiten,  sie  nicht  über  die  Stränge
schlagen  zu  lassen,  liegt  vft  in  der  Macht  des  Bankiers.  —  Der  Spekulant,
ein  Kopfarbeiter,  der  eigenes  Geld,  nicht  fremdes  riskiert,  ist  nötig  und
wichtig  Z."
b)  Abwicklung  der  Termingeschäfte.
«)  Allgemeine  Bestimmungen.
In  welchen  Wertpapieren  ein  Terminhandel  stattfindet,  und  wie
groß  die  M  i  n  d  e  st  summen  sein  müssen,  in  denen  —  im  Gegensatz  zum
Kassaverkehr,  bei  dem  die  einzelnen  Schlüsse  nach  unten  nicht  begrenzt
1)  S.  Promies,  a.  a.  O.  S.  54.
2 )  Bankdirektor  Oskar  Wassermann,  Referat  auf  dem  VI.  Bankiertage,
  am  15.  September  1925.
            
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