Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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mündlich  vollzogenen  Geschäftsabschluß  ausgetauscht  und  von  beiden  Parteien ­
  unterzeichnet.  Treu  und  Glauben  waren,  wie  selten
anderswo,  die  Grundstützen  der  Börse.  Ohne  schriftlichen
Vertrag,  ohne  Handschlag,  einzig  und  allein  durch  ein  zustimmendes  Wort,
ein  zustimmendes  Kopfnicken  werden  Geschäfte  in  großen  Summen  abgeschlossen. ­
  So  gut  wie  nie  ist  es  vorgekommen,  daß  von  einem  Börsenbesucher ­
  hinterher  ein  Geschäft  abgestritten  worden  ist.
ß)  Die  Liquidation  am  Ultimo  und  Medio').
Da  es  sehr  umständlich,  technisch  vielleicht  undurchführbar  wäre,  wenn
am  Ultimo  oder  Medio  jeder  Bankier  und  jede  Bank  die  Effekten,  die  sie
per  Ultimo  oder  Medio  verkauft  haben,  liefern  und  die  Effekten,  die  sie
für  einen  dieser  Termine  gekauft  haben,  abnehmen  müßten,  so  hat  man
für  die  Abrechnung  (Liquidation)  der  Zeitgeschäfte  ähnliche  Einrichtungen
getroffen,  wie  sie  später  im  Kassenverein  und  in  der  Abrechnungsstelle
für  den  Kassahandel  geschaffen  worden  sind.
In  Berlin  und  an  einigen  anderen  Börsenplätzen  bestehen  Vereine  für
die  Ultimo-Abwicklung  sLiquidationsbureau,  Kollektiv-Skontro,  Saldierungs-
  oder  Skontriernngsverein),  denen  alle  Banken  und  größeren  Bankfirmen
  des  betr.  Platzes  angehören  st.
Der  frühere  „Liquidations-Verein  für  Zeitgeschäfte
an  der  Berliner  Fonds-Börse",  befaßte  sich  nur  mit  der
Skontrierung  der  im  Lauf  eines  Monats  getätigten  Zeitgeschäfte.  Der
im  Jahre  1925  neugegründete  „Liquidationsverein  für  Zeitgeschäfte ­
  an  der  Berliner  Wertpapierbörse  E.  V."
sichert  darüber  hinaus,  unter  Zuhilfenahme  der  ebenfalls  1925  erst ­
  L  i  t  e  r  a  t  u  r  :  Moser,  Die  Lehre  von  den  Zeitgeschäften.  Berlin  1875.
I.  Schmidt,.  Liquidation  und  Prolongation  im  Effektenhandel.  2.  Ausl.  Stuttgart ­
  1926.  H.  Sommerfeld,  Die  Technik  des  börsenmäßigen  Termingeschäfts.
Berlin  1923.  Georg  Obst,  Die  Ultimo-Liquidation  an  der  Berliner  Börse,
Zeitschrift  für  handelswissenschaftliche  Forschung.  I.  S.  230.
2 )  Der  seit  November  1926  bestehende  Effekten-Ferngiroverkehr
ist  eine  Arbeitsgemeinschaft  deutscher  Effekteu-Girobanken  (s.  S.  447).  Diese
Institute  halten  gegenseitig  beieinander  Effektenkonten.  Zwischen  Berlin  und
Frankfurt  a.  M.  können  Effektenübertragungen  durch  die  Liquidationsvereine
bereits  am  Tage  des  Geschäftsabschlusses  erfolgen.
            
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