Full text: Geld-, Bank- und Börsenwesen

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1. Schuldurkunden, die aus Kreditgeschäften hervorgegangen sind und 
erst dadurch, daß sie weiter giriert werden, anstatt Geld zu Zah 
lungen benutzt werden können. Es sind dies der Wechsel und die 
Anweisung. 
2. Schuldurkunden, ausdrücklich zu dem Zweck geschaffen, als Geldersatz- 
mittel zu dienen: Schecks, einlösbares szwangskursloses) Papier 
geld, Banknoten, Gold-, Silber- und Clearinghauszertifikate. 
3. Wertscheine, die zwar auch zur Erleichterung des Verkehrs bestimmt 
sind, aber ganz anderen Zwecken zu dienen haben: Zinsscheine, 
Brief-, Rabatt-, Stempelmarken usw. 
Solche Geldsurrogate brauchen wir, da das Metallgeld allein nicht aus 
reichen würde, um alle Zahlungen zu erledigen. Auf deu Kopf der Be 
völkerung kamen in Deutschland bei Kriegsausbruch nur etwa 67 M 
geprägtes Geld, und der deutsche Geldvorrat hätte damals nicht aus 
gereicht, eine deutsche Ernte zu bezahlen. 
Das vollkommenste Geldsurrogat, das wir besitzen, ist der S ch e ck. Er 
ist ein Mittelding von Banknote und Wechsel. Von der Banknote unter 
scheidet er sich dadurch, daß er in jeder beliebigen Summe ausgeschrieben 
werden kann, von dem Wechsel insofern, als dieser Kreditschuldurkunde 
und dabei auch Umlaufsmittel ist, während der Scheck, da sein Aussteller 
nur über sein Guthaben verfügen darf, lediglich Umlaufsmittel sein soll. 
N e w m a r ch nennt „das Metallgeld die Scheidemünze der Note, die 
Note aber die Scheidemünze des Schecks". 
Der Wechsel Z. 
a) Geschichte des Wechsels. 
Allgemein nimmt man an, daß die Wechsel in Italien zur Zeit der 
ersten Kreuzzüge zum ersten Male in Gebrauch gekommen sind. Aus 
dehnung gewann der Wechselverkehr bald durch die damals in Mittel 
und Westeuropa aufkommenden Messen und Märkte. Die Mannig- 
Literatur: Wilhelm Bern st ein, Allgemeine Deutsche und All 
gemeine Osterr. Wechselordnung. Breslau. C. S. Grün Hut, Lehrbuch des 
Wechselrechts. F. Meyer, Das Weltwechselrecht. Leipzig. Georg Obst, 
Wechsel- und Scheckkunde. Stuttgart. H. Rehbein, Allgemeine Deutsche 
Wechsel-Ordnung mit Kommentar. Berlin. Hermann Staub, Kommen 
tar zur Allgemeinen Deutschen Wechselordnung. Berlin.
	        
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