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I, 2. Trwerbswirtschaft und Konsumgenossenschaft
ventionen, Produktionskontingentierung, Gewinnausgleich, Syndi- j
katsbildung u. dgl. die Preisbildung künstlich zu beeinflussen gesucht ^
wird. In solchen Fällen ist die konsumgenossenschaftliche produktions- ^
weise in erster Linie mit berufen, Hilfe zu bringen. Die Abnehmer, die
sich der Preisdiktatur eines Kartells entziehen wollen, haben dazu durch ;
die Schaffung von konsumgenossenschaftlichen Einrichtungen immer
die Möglichkeit. Und tatsächlich ist von diesem Mittel zur Bekämp
fung übertriebener Preisforderungen industrieller Kartelle auch schon
in einer ganzen Keihe von Fällen Gebrauch gemacht worden, wo !
sich Brauereikartelle bildeten und nach Ansicht der Wirtschaftsinhaber |
unangemessen hohe Lierpreise forderten, da sind mehrfach in den
betreffenden Städten von den Wirten Genossenschaftsbrauereien ge
gründet worden. Gder Schokoladefabrikanten, die sich durch ein !
Zuckerkartell überteuert glaubten, haben sich zur Gründung einer !
Zuckerfabrik zusammengeschlossen, Zeitungsverleger zur Errichtung
einer vruckpapierfabrik, um den Prcisforderungen von Druckpapier-
syndikaten zu entgehen, usf. Im ganzen freilich ist von diesem Mittel j
zur Bekämpfung der Kartelle und ihrer Preispolitik nur Verhältnis- I
mäßig selten Gebrauch gemacht worden. Es wirkt eben schon durch |
die bloße Möglichkeit seiner Anwendung zügelnd und mäßigend auf
die Preispolitik der Kartelle ein. Die Kartelle wissen genau, daß sie,
sobald sie mit ihren preissorderungen den Logen stark überspannen, i
damit rechnen müssen, daß ihre Abnehmer sich zusammenschließen
und die Produktion der Artikel auf genossenschaftlichem Wege in -
die Hand nehmen.
Die konsumgenossenfchaftliche Produktionsweise dient also als ein i
Regulator zur Herstellung einer normalen, im richtigen Verhältnis
zu den Produktionskosten stehenden Preisbildung in unserem Wirt- i
schaftsleben. Sie bildet in dieser Beziehung eine wertvolle Ergän- j
zung dessen, was die freie Konkurrenz zwischen den Erwerbswirt
schaften leistet. An unmittelbarer Wirksamkeit läßt sie sich mit der j
freien Konkurrenz allerdings nicht vergleichen. Und zwar aus dem
einfachen Grunde nicht, weil ihr die Eigenschaft fehlt, die hierfür