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I, 4. Der Sozialismus
so wird ihm gar nichts anderes übrigbleiben, als in die Freiheit
des Konsums oder in die Freiheit der Arbeit, wahrscheinlich aber
in beide, tiefe Eingriffe zu machen. Die Aufrechterhaltung der vom
Kollektivismus zur gerechten Entlohnung aller Arbeitsarten auf
gestellten Skala ist auf jeden Fall mit der Freiheit des Konsums
und der Freiheit der Arbeit auf die Dauer unvereinbar?!-) Vieser
Satz ist ebenso sicher und zwingend wie der mathematische Satz,
daß die Summe der Winkel in einem Dreieck nicht größer als 180°
sein kann, und daß daher, wenn die Größe zweier Winkel ge
geben ist, damit auch schon über die Größe des dritten bestimmt ist.
So gern die Leiter des kollektivistischen Staats vielleicht auch an
der freien Bedarfsbildung festhalten möchten, so wird ihnen unter
diesen Umständen bald keine Wahl mehr bleiben. Die Unmöglich
keit, die Linkommensordnung der kollektivistischen Gesellschaft sonst
durchzuführen, und ebenso die Gefahr des Eintritts von Massen
arbeitslosigkeit, die mit jedem System freier Bedarfsdeckung untrenn
bar verknüpft bleibt, wird gebieterisch zu Eingriffen in die Frei
heit des Konsums und notgedrungen weiter auch in die Freiheit
der Arbeit drängen.
weiter aber wird dem kollektivistischen Staat kaum das Schicksal
erspart bleiben, daß auch seine Linkommensordnung selbst Anfech
tungen erfährt und sich auf die Dauer nicht behaupten kann, weil
sie den Forderungen der sozialen Gerechtigkeit sehr bald als nicht
mehr entsprechend empfunden werden wird. Diese Linkommens
ordnung kann, wie richtig bemerkt worden ist, ihre Abstammung
aus der liberalen Gedankenwelt nicht verleugnen; der mit sozialem
Stilgefühl Ausgestattete wird sie sofort empsinden. Aus der Ge
dankenwelt des eigentlichen Sozialismus werden sich daher sehr bald
folgende Zweifel und Fragen gegen sie erheben, die hasbach vor
trefflich formuliert hat"): „wer wertvollere Arbeit verrichtet, soll
15) Den genaueren Nachweis hierfür siehe bei Tasfel, Das Recht auf
den vollen Arbeitsertrag, 190V, §. 60/61.
16) w. Dasbach, Die moderne Demokratie, 1912, S. 379.