Full text: Rationalisierung als Kulturfaktor

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A. Tatsachen 
wirt im allgemeinen am Althergebrachten, an den überkommenen 
Methoden der Bodenbearbeitung und der Wirtschaftsführung festhält, 
so kann man sich nicht darüber wundern, daß die Fortschritte in der 
Agrarkultur trotz aller Erfindung der Agrarchemie, der Bakteriologie, 
der Pflanzenphysiologie und ⸗pathologie, trotz wesentlicher Verbesse⸗ 
rungen in der Technik und in der Bodenbearbeitung noch verhaältnis⸗ 
maͤßig geringfügig sind. 
Die Rationalisierung der Landwirtschaft hat demzufolge ihr Augen⸗ 
merk in erster Linie auf eine stärkere Verbreitung der technischen 
Errungenschaften gerichtet. Hierzu zählt vor allem die pflegliche 
Behandlung des Saatgutes, die Bekämpfung der pflanzlichen und 
tierischen Schaͤdlinge, das Tiefpflügen. (Tagliche Durchschnittsleistung 
bei Anwendung des Spatens und 20 em tiefer Pflugarbeit o, ox ha. 
Bei Anwendung des Tiefpfluges, 35 em Tiefe, o,4 ha, bei Anwendung 
des Motorschleppers, 35 cm Tiefe, 1,0 ha, bei Anwendung des 
Dampfpfluges, 35 cm Tiefe, 1,5 ha.) Hierzu zaählt weiter die Ver⸗ 
besserung der Maschinen⸗ und der Gerätetechnik, die Anwendung von 
Kunstdünger nach wissenschaftlichen Regeln, die Schaffung günstiger 
vegetabiler Bedingungen, die Sortenveredelung durch planmaͤßige 
Kreuzung, die Auslese der Tierarten entsprechend den gegebenen 
Naturbedingungen und anderes mehr. Daneben sucht die Land⸗ 
wirtschaft, je nach dem Stand der Technik, der wissenschaftlichen For⸗ 
schung, der Preisbedingungen und der vorhandenen Kapitalien ein 
angemessenes Verhaͤltnis der einzelnen Kulturarten zueinander her⸗ 
zustellen. Neuerdings ist die sogenannte „Grünlandbewegung“ im 
Fortschreiten begriffen. Darunter versteht man die Verbesserung der 
vorhandenen Wiesen⸗ und Weideflaͤchen durch Regulierung der Wasser⸗ 
verhaͤltnisse, Auswahl geeigneter Gräser, Düngung, daneben aber 
auch die Neuanlage von Wiesen und Weideflächen auf Kosten des 
Ackerlandes. Inwieweit die Preis- und Konjunkturverhaältnisse für 
die Verteilung der Kulturarten bestimmend sein können, zeigt sich an 
der Entwicklung der daͤnischen Landwirtschaft in den letzten zo Jahren.
	        
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