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man öfters feststellen, wie das östlich der Weichsel und im Rücken
Warschaus dichter gestaltete Bahnnetz einer Verschiebung der Truppen
zugute kam. Die Bahnen zwischen der Linie Kowno—Wilna—Minsk
im Norden und der Linie Warschau—Lublin—Kowel—Rowno im Süden
sind sicher den Russen sehr wertvoll gewesen. Wie sich hier vom Reichs-
innern her sechs Bahnlinien Warschau nähern, die bis auf eine zwei
geleisig sind, so stellen fünf Linien Querverbindungen dar: und gerade
diese — Wilna—Sarny—Rowno—Galizien, Grajewo—Bjelostok—Brest
—Cholm sowie Brest—Kowel, Ostrolenka—Sjedlez—Lublin, Ostrolenka
—Warschau sowie Ostrolenka—Iwangorod, Mlawa—Nowo Georgijewsk—
Warschau—Iwangorod (—Südpolen) — werden im Bunde mit den
Längsstrecken und kleineren Verbindungslinien ausgezeichnete Dienste
geleistet haben. Die Bedeutung der von Warschau ostwärts führenden
Linien beleuchtete der Festungskrieg und die Zurückdrängung der
Russen an die Weichsel und ihre Zuflüsse. Äußerst wichtig war die süd-
ostpolnische Linie Warschau—Iwangorod—Lublin—Cholm—Kowel, deren
Besitz den Russen nachdrücklichste Verteidigung durch gute Truppen
teile auf zwang. Die Bahn durchschneidet ostwärts Iwangorod ein durch
Festungen zwar nicht geschütztes, aber hügeliges Gelände, das weiter
infolge zahlreicher, teilweise versumpfter Fluß- und Bachläufe dem
Angreifer wesentliche Schwierigkeiten bietet. Als trotzdem die Linie
nach erbitterten Kämpfen zunächst bei Biskupize (29. Juli), wenig
später bei Lublin, Cholm und durch die von den Russen kaum als aus
führbar gehaltene Übersetzung über die Weichsel bei der Radomka-
mündung nördlich von Iwangorod in den Besitz der deutschen und
österreichisch-ungarischen Truppen gelangt war, war die Lage von
Iwangorod, das nur noch auf die Linie nach Lukow angewiesen war,
besiegelt. Auch die Besetzung von Wladimir Wolynski, dem Endpunkt
einer von Kowel herführenden Stichbahn in den ersten Augusttagen 1915
war als das Vorspiel des Versuchs, den wichtigen Knotenpunkt Kowel zu
erobern, zu betrachten. Denn damit ist die direkte wichtige Linie Brest—
Berditschew—Odessa und der Zugang in die südliche Poljesje (über
Sarny nach Kiew) gesperrt, wie der Verkehr von Brest nach Südwest
rußland sich überhaupt nur auf großen Umwegen vollziehen kann 1 ).
Weit hartnäckiger und langwieriger war der Kampf um die Warschau-
Petersburger Linie. Sie war schon in den Wintermonaten gefährdet
durch die bedrohliche Nähe, in der sich die deutschen Geschütze gegen
über der Stadt Grodno befanden und geriet dann durch die.Eroberung
der Narewpunkte in eine noch weit gefährlichere Lage. Da obendrein
1 ) Als am 24. August Kowel besetzt wurde, mußte, nachdem auch die Bjelo-
stok-Brester Balm an verschiedenen wichtigen Stellen den Russen entrissen war,
die Räumung Brests (26. August), das nur noch auf die Moskauer und die Poljesje-
bahn (nach Homel) angewiesen war, für die russischen Waffen als die vorteilhafteste
Lösung angesehen werden, um der Umzingelung zu entgehen.