Full text: Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

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XII. HAUPTTEIL. 
so lange durch Unterstützungen in Geld und Naturalien 
zu helfen, bis sie sieh ein Unterkommen verschafft hätten. 
Diese Unterstützungen werden von den über das ganze 
Eeieh zerstreuten Ortsausschüssen des Eoten Kreuzes aus 
gezahlt, zum Teil auch durch besondere Fürsorgestellen 
für die vertriebenen Elsaß-Lothringer, die vom Eoten Kreuz 
oder von anderen mit der Flüchtlingsfürsorge durch das 
Eote Kreuz beauftragten Organisationen eingerichtet wor 
den sind. Die Mitwirkung der Vertriebenen bei dieser 
Bewilligung von Unterstützungen ist von Anfang an ge 
sichert worden. Prinzipiell mußte in der Frage der Unter 
stützung der erwerbs- und mittellosen Flüchtlinge zuerst 
dazu Stellung genommen werden, nach welchen Gesichts 
punkten die Bedürftigkeit der vertriebenen Elsaß-Lothrin 
ger beurteilt werden sollte. Waren diese Flüchtlinge den 
Erwerbslosen gleichzustellen, wie sie durch die Eeichs- 
verordnung über Erwerbslosenfürsorge vom 12. November 
1918 (EG Bl. 1918 S. 1305) begrifflich festgelegt und zur 
Unterstützung durch ihre Wohnortsgemeinde als berech 
tigt bezeichnet worden sind, oder war ihre Lage eine so 
besonders geartete, daß eine Behandlung als Erwerbslose 
im Sinne dieser Eeichsverordnung unmöglich . war? 
Die Verschiedenheit der Lage der Flüchtlinge und 
der Erwerbslosen lag so offensichtlich zutage, daß sie 
nicht verkannt werden konnte. Die Erwerbslosen, zum 
größten Teil aus dem Heer entlassene Soldaten, fanden 
keine Arbeitsmöglichkeit; die Flüchtlinge dagegen hatten 
Arbeit und Heimstätte verloren. Die Erwerbslosenfürsorge 
war nur auf bestimmte Berufe und Klassen zugeschnitten, 
auf die Arbeiter und Angestellten, nicht aber auf die. 
Selbständigen aus freien Berufen, Handel und Industrie, 
denen ein hoher Prozentsatz der vertriebenen Elsaß-Lothrin 
ger angehört. So war es nur selbstverständlich, daß man 
für die Unterstützung der elsaß-lothringischen Flüchtlinge 
eine besondere Eegelung traf. 
Ob die Übertragung dieser Fürsorge auf das Kote 
Kreuz den richtigen Weg bedeutete, kann zweifelhaft er 
scheinen. Es war zu berücksichtigen, daß bei der großen
	        
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