Contents: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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Nach den Angaben von August Kasch- Hamburg in der Kon 
sumgenossenschaftlichen Rundschau?) waren am Schlüsse des Jahres 
1912 bereits 253 Vereine zur Eigenproduktion übergegangen. Wenn 
wir seine Angaben weiter verfolgen, finden wir, daß die Bäckerei 
der bevorzugte Betriebszweig der Konsumgenossenschaften ist. 200 
Vereine hatten eigene Bäckereien. Die Zahl der konsumgenossenschaft 
lichen Fleischereien und Wurstfabriken war Ende 1912 auf 
weit über 30 gestiegen. Sehr viele davon sind Schweinemetzgereien. 
Die beiden größten Konsumvereinsschlächtereien sind die der „Pro 
duktion" in Hamburg und die des Leipzig-Plagwitzer Vereins. Erstere 
hatte im Rechnungsjahr 1913 einen Umsatz von über 7,5 Millionen 
Mark — 31,9 o/o des Gesamtumsatzes der Genossenschaft. Der Um 
satz des Leipzig-Plagwitzer Vereins betrug im Rechnungsjahr 1912/13 
über 4 Millionen Mark. Die Herstellung von Limonaden und 
Selterswasser usw. wurde von mehr als 30 Vereinen betrieben. 
Daneben hatten die Vereine eine Reihe von Mühlen und Nudel- 
fabriken als Nebenbetriebe der Bäckereien. Besonders Schrot 
mühlen haben an Verbreitung gewonnen. In Süddeutschland hat 
man die Weinkelterei aufgenommen. Von zwei Vereinen wurde 
Destillation betrieben. Auch die Sauerkrautfabrikation 
finden wir vor, u. a. bei den Vereinen Mannheim, Ludwigshafen, 
Urach i. W. Nach Kasch hatten 5 Vereine begonnen, Milch selbst 
zu verarbeiten und zu verteilen, 3 betrieben Käsereien, mehrere 
sächsische Vereine Butterformereien. Einzelne Konsumvereine 
betrieben „die Fabrikation von Zigarren, Holz-, Kork- 
und Bürstenwaren, Konfektions-, Schnitt- und 
Strumpfware n", und einer die Herstellung handgeschmie- 
deter Nägel. Man könnte hier auch die K a f f e e r ö st e r ei 
betriebe mancher Konsumvereine anführen, sowie die Bierab- 
f ü l l e r e i e n. Schließlich wäre noch zu nennen die Schweine- 
m ä st e r e i der „Eintracht" in Essen, wo jährlich 1500 bis 
2000 Schweine gemästet werden. Am weitesten geht in der Eigen 
produktion der Konsum-, Bau- und Sparverein „Produktion" 
in Hamburg, der das Rittergut Schwanheide käuflich erworben 
hat. Die Bewirtschaftung dieses Gutes ist eine weit intensivere als 
unter den privaten Vorbesitzern. Das geht aus verschiedenen Be 
merkungen im Rechnungsberichte hervor, die sich auf Bodenmelio 
rationen, Einführung einer Reihe von neuen Maschinen, Erhöhung 
der Zahl der vorhandenen Zugpferde um mehr als die Hälfte usw. 
) Nr. 24/1913.
	        
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