Die Kontrolle.
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nicht unfehlbar; seine Tätigkeit kann vielmehr oft und leicht großen Schaden anrichten
und damit die Wirtschaftlichkeit des Betriebes verschlechtern. Mit der
zunehmenden Verwickeltheit der Großbetriebe wuchsen die Gefahren schnell an:
ein einzelner konnte häufig nicht mehr die Arbeitsvorgänge in einem großen
Betrieb übersehen, woraus sich leicht eine fehlerhafte Arbeitsordnung und -durchführung
ergab. Unfähigkeit, Unkenntnisse und Ermüdung von Betriebsangehörigen
sind weitere Ursachen mangelhafter Ergebnisse. Dazu können Absiohtsfehler
wie Diebstahl, Unterschlagung, Faulheit, oder Fahrlässigkeitsfehler, wie
Unaufmerksamkeit, und schließlich persönliche und politische Spannungen Störungen
in der Wirtschaftlichkeit hervorrufen.
Die Kontrollen dieser Art erstrecken sich auf Pünktlichkeit, Anwesenheit, dann auf Arbeitstempo,
-dauer, -leistung, -güte usw. Zum Teil erfolgen sie durch Kontrolluhren (Selbstkontrolle
der Arbeiter), die dieser williger erträgt als durch einen Beamten. (Die Kontrolluhren waren in
der Gegenwart Anlaß heftiger Angriffe; es wurde ihre Abschaffung gefordert: es sei eines
deutschen Arbeiters unwürdig, kontrolliert zu werden, zumal auf diese Weise. Es ist jedoch
zu vermerken, daß, wo die Kontrolluhren abgeschafft wurden, andere Kontrollen an ihre
Stellen traten, so vor allem Betriebsappelle, da die Pünktlichkeit im Betriebe eben auf irgend
eine Weise kontrolliert werden muß.) Besonders wichtig und eingehend muß die Kontrolle der
nicht an einer gemeinsamen Betriebsstätte arbeitenden Betriebsangehörigen, der Vertreter und
Reisenden, erfolgen. Sie erfolgt auf schriftlichem Wege durch Tagesberichte und durch besondere
Beiserevisionen. Im allgemeinen stellt bereits das Vorhandensein einer Kontrolle ein
psychologisches Moment dar: ein Mensch, der weiß, daß er beaufsichtigt wird, erledigt seine
Arbeiten gewissenhafter und auch schneller.
Maschinen, Waren, Apparate, Schutzeinrichtungen, deren Arbeitsweise, Leistung
und Zustand gehören weiter zu den Dingen, mit denen sich eine Betriebskontrolle
beschäftigt. Kontrolliert werden hier mehr technische Eigenschaften:
Betriebsstörungen, Roh- und Hilfsmaterialverbrauch, Wirkungsgrade und vor
allem die Eigenschaften der Erzeugnisse.
3. Die Kontrollmittel. Bei der Durchführung der Kontrollen sind zunächst zwei
wichtige Unterscheidungen zu vermerken: es gibt mechanische Kontrollen und
persönliche Kontrollen, oder, anders ausgedrückt, selbsttätige Kontrollen, die
durch eine bestimmte Gestaltung des Betriebsablaufs wirken und Kontrollen durch
Einsetzung besonderer Organe, die periodisch oder von Fall zu Fall eingreifen und
die vorgesehenen Erhebungen anstellen. Vielfach ist jedoch eine klare Scheidung
der Kontrollen in mechanische und persönliche nicht möglich, da die ersteren doch
von Menschen überwacht, vermerkt und ausgewertet werden müssen; die mechanischen
Kontrollen sind also zumeist lediglich Hilfsmittel, die die ersten Grundtatbestände
festhalten und bestenfalls bei Abweichungen alarmierend auftreten
können. Die weiteren Schlüsse zu ziehen ist jedoch immer Sache einer Person.
Zu den einfachsten mechanischen Kontrollhilfsmitteln gehören zunächst als unterste und
einfachste Gruppe die Anzeigeinstrumente, wie Druck-, Temperatur-, Größen-, Verbrauchs-,
Leistungsmesser, die mit Signalen zu Alarmzwecken verbunden sein können. Auch Türschlösser,
Stempel, Formulare u. a. gehören dazu.
Zu den rechnerisch-mathematischen Kontrollen gehört letzten Endes das gesamte betriebliche
Rechnungswesen. Durch ziffernmäßige Aufzeichnungen werden die wertmäßigen Auswirkungen
des Betriebsablaufs festgehalten und die Größe und Zusammensetzung des augenblicklichen
Vermögens erfaßt. Neben den Einsichten, die durch das Rechnungswesen in die
Betriebsgebarung und die Betriebserfolge ermöglicht werden, was zu dem Aufgabengebiet der
persönlichen Kontrollen gehört, bietet das Rechnungswesen auch mannigfache automatische
Kontrollen: es sei nur an die Seitengleichheit von Soll und Haben der doppelten Buchhaltung,
an die Übereinstimmung des Kontokorrentkontos mit den einzelnen Kontokorrenten erinnert.
Dazu gehört auch die Betriebsstatistik: durch die Nebeneinanderstellung von Betriebszahlen
verschiedener Zeitabschnitte werden automatisch Abweichungen und Fehler des Betriebsablaufs
kenntlich gemacht. Sie vermag mit klaren, übersichtlichen Hilfsmitteln (graphische
Darstellungen, bildliche und Zahlenvergleiohe) sofortigen Aufschluß über den Istzustand
gegenüber dem Sollzustand eines Wirtsohaftsbetriebes zu geben und zwar in allen Einzelheiten.
Wichtig sind: die Personalstatistik, die Leistungsstatistik, die Kostenstatistik u. a. Teilweise
als Hilfsmittel von Rechnungswesen und Statistik, dann aber auch als weitere automatische