Die Vergleichung.
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geteilt wird. Übersichtlicher ist freilich die statistische Aufgliederung außerhalb
des Hauptbuches in einem sog. Unkostenbuch.
In ähnlicher Weise kann die Kostenrechnung und die kurzfristige Erfolgs
rechnung statistisch ausgestaltet, d.h. für die Vergleichung brauchbar gemacht
werden.
In den meisten Fällen reichen die sich aus den Rechnungen ergebenden stati
stischen Zusammenstellungen jedoch nicht aus, um der Wirtschaftlichkeitserfas
sung von allen Seiten auf den Leib rücken zu können. (Oder die Rechnungen
.— Buchhaltung — würden an Übersichtlichkeit einbüßen, wenn sie in übermäßiger
Weise auch noch den statistischen Zwecken dienstbar gemacht werden müßten.)
Dann greift die Betriebsstatistik als selbständige Vergleichung ein, d.h. die Rech
nungen geben ihren Nebenzweck der statistischen Vergleichung an die selbständige
Betriebsstatistik ab, die ihre Ausrichtung jetzt ganz ihrer Aufgabe der Wirtschaft
lichkeitserfassung anpassen kann (vgl. 2).
Im Schrifttum wird die Betriebsstatistik gewöhnlich dem Rechnungswesen zugeschrieben,
das dann aus Buchhaltung (Bilanz), Kostenrechnung und Statistik besteht. Die obigen Aus
führungen haben gezeigt, daß diese Zurechnung nicht ganz richtig ist. Man sollte besser von
Rechnung und Vergleichung sprechen. Dann kann die Statistik — zwangsläufig oder beab
sichtigt — innerhalb der Rechnung Platz greifen. Sonst ist sie das Hauptmittel der Ver
gleichung; diese ist, wie gesagt, ihr Zweck zum Unterschied von der Rechnung, die Tat
bestände (in Ziffern) festhalten, feststellen und ermitteln will.
2. Die Betriebs-Statistik. Nach vorstehendem ist unter Betriebs-Statistik zu
verstehen; die selbständige zahlenmäßige Aufzeichnung betrieblicher Vorgänge
und Ereignisse, ihre übersichtliche Gruppierung und die Vergleichung der so
gefundenen Zahlen mit gleichartigen und fremdartigen Zahlen.
Der Unterschied zwischen einer solchen Betriebs-Statistik und der allgemeinen Statistik
(und der Sozial- und Wirtschaftsstatistik) besteht also darin, daß es die erstere mit der Ge
winnung und Vergleichung von Betriebszahlen (Umsatz, Erzeugung, Kosten, Preise) für den
Betrieb zu tun hat, während die letztere auf die Aufdeckung der großen Zusammenhänge im
Wirtschafts- und Gesellschaftsleben (Bevölkerungs-, Berufs-, Finanz- und Handelsstatistik)
abgestellt ist. Doch sind die Methoden dieselben wie in der Wirtsohaftsstatistik (z.B. Errech
nung der Verhältnis-, Index- und Auswahlzahlen, ferner: zeichnerische und graphische Dar
stellung: Punkt-, Linien-, Strich-, Flächen-, Bilddiagramme usw.). Über die Anwendung der
verschiedenen Methoden gibt ein erfahrener Praktiker lehrreiche Auskunft: Zörner: Die
Betriebs- Statistik.
Der Zweck der Betriebs-Statistik ist — wie bei den anderen Arten der Sta
tistik — Zusammenhänge, Ursachen und Wirkungen des Betriebslebens aufzu
decken, d.h., wie bei der Rechnung (siehe III), der Betriebsleitung zu dienen, ihr die
Ursachen betrieblicher Erscheinungen, die Wirkungen getroffener Maßnahmen zu
zeigen, um daraus Grundsätze und Richtlinien für die Betriebsführung der Zukunft
gewinnen zu lassen. Die Betriebs-Statistik ergänzt — wie wir gesehen haben — die
Rechnungen: Buchhaltung und Kostenrechnung und erfüllt als Vergleichung die
Aufgaben, die von den genannten Rechnungen wegen ihres besonderen zweck
gerichteten Wesens nicht erfüllt werden können. (Die Betriebs-Statistik soll den
Wirtsohaftsbetrieb in allen seinen Teilen kontrollieren: Zörner.)
Die Unterlagen für die Sammlung und Erfassung der betriebswichtigen, in Zahlen aus-
drückbaren Tatbestände können gewonnen werden: a) aus eigenen, selbständigen Erfahrungen
(z.B. Statistik der Erzeugung, der Ausbeute in der chemischen Industrie, Sortenabsatz),
soweit diese Ziffern nicht aus den Konten der Buchhaltung hervorgehen; b) aus der Auf
bereitung der von Buchhaltung und Kostenrechnung gelieferten Zahlen (z.B. Unkosten
statistik, Umsatzstatistik, Arbeitsstatistik, Lohnstatistik); c) aus der Erfassung oder Auf
bereitung außerbetrieblicher Zahlen (z.B. Bewegung der Marktpreise für Rohstoffe und
Fertigerzeugnisse, Einfuhr- und Ausfuhrzahlen).
Man kann demzufolge unterscheiden: innere Betriebs-Statistik und äußere
Betriebs-Statistik. Die erstere hat es dann mit den innerbetrieblichen Vorgängen