Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Nationalreiclithums den nothwendigen Mechanismus des ma 
teriellen Interesse tiefer ergründet und consequonter durch 
geführt, so würde er sicherlich nicht in den Fehler verfallen 
sein, dasselbe in den Bestrebungen der Manufacturisten und 
überhaupt in allen Gestalten, wo es sich social, körperschaft 
lich und politisch bethätigt, fast für nichts zu achten. Auch 
würde er es nicht grado da gänzlich verkannt haben, wo es 
auf Selbsterhaltung durch Ausschliessungen und Gegenwirkungen 
Bedacht genommen hat. Er würde nicht stillschweigend von 
der falschen Voraussetzung ausgogangen sein, dass zwischen 
den verschiedenen Interessen gar keine gegenseitige Schrankou- 
Ziehung stattfinden dürfe. Im Gegontheil hätte er erkennen 
müssen, dass eine solche Schrankenziehung in irgend welcher 
Form eine natürliche und unausweichliche Wirkung des Inter 
essenspiels jederzeit gewesen ist und fernerhin sein müsse. 
Der Begriff von Gerechtigkeit, den er ausserhalb der gemeinen 
Justiz noch in dem VVirthschaftsgebict selbst unvermerkt da- 
duich geltend machte, dass er fast Alles verurtheilte, was 
ihm einen Monopolcharaktor zu haben schien, — dieser dürftige 
Begriff von specihsch wirthschaftlicher Gerechtigkeit würde 
ihm wahrlich nicht als genügend erschienen sein, wenn er tiefer 
über die natürlichen Gestaltungen nachgedacht hätte, in denen 
sich die materiellen Interessen gegen einander abgrenzen, orga 
nisch verkörpern und politisch constituiren. ^ 
Indessen greifen wir mit diesen Bemerkungen bereits über 
das hinaus, was bei einem Smith für die Kritik noch in Frage 
kommen kann. Seine völlig unpolitische Denkweise muss er 
wähnt, braucht aber nicht besonders widerlegt zu werden. Um 
auf den Punkt der Schwäche hinzuweisen, genügt ein einziger 
Satz. Das „hinterhältige Thier”, welches Smith sich als Staats 
mann dachte, war in der menschlichen Natur selbst aufzusuchen, 
und es war zuzusehen, wieweit diese Eigenschaften nothwendig 
und inwieweit sie im Entwicklungsgang der Dinge zu mässigen 
und zu veredeln wären. Alsdann hätte sich gezeigt, dass, wie 
der Aberglaube die Priester, so die raubgierige List der Menschon 
natur jene Gattung von Staatsmännern geschaffen und gepflegt 
habe, und dass erst in zweiter Ordnung der umgekehrte Satz 
von der Erzeugung des Aberglaubens durch die Priester und 
von Völkerraub und Völkertrug durch die Staatsmänner eine 
Bedeutung erhalte. Statt dessen hat der Autor in dieser
	        
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