Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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wonnen  habe,  die  jene  Lücke  ausfüllen  würden,  nämlich  Christoph
von  Stadion,  den  Bischof  von  Augsburg,  Anton  Fugger  und  Hans
Paumgartner 1 ).  Mit  der  Persönlichkeit  des  letzteren  beschäftigt
sich  nun  der  ganze  weitere  Brief,  der  fast  den  Charakter  einer
kleinen  Abhandlung  annimmt.  Um  seinem  Freunde  in  Spanien
ein  klares  Bild  von  dem  berühmten  Augsburger  Kaufmann  zu
geben,  schildert  er  eingehend  dessen  Verdienste  um  den  Kaiser
und  verweilt  dann  bei  der  Darlegung  der  Familienverhältnisse
Paumgartners.  Wie  Zasius,  rühmt  auch  er  die  sorgfältige  Erziehung, ­
  die  Paumgartner  seinen  Söhnen  angedeihen  liess 2 )
und  kommt  dann  auf  die  Gütererwerbungen  zu  sprechen,
worauf  der  Schluss  des  Briefes  in  einen  Panegyricus  auf  Paumgartners ­
  Tugenden  ausläuft:  „Abundat  Germania  magnis  et
excellentibus  viris,  sed  utinam  quam  plurimos  haberet  Paumgartnero
  pares  .  .  .  Felix  Germania  tali  heroe;  Felix  ego
tali  amico,  quo  cum  mihi  sunt  omnia  communia“ 3 ).  Trotz
solcher  begeisterten  Worte  kam  es  wohl  nie  zu  einer  persönlichen ­
  Bekanntschaft  der  beiden  Männer.  Am  26.  Oktober  1533
hatte  Erasmus  dem  Hans  Paumgartner  zum  Erwerb  von  Erbach
gratuliert,  worauf  ihm  dieser  in  einem  Dankbrief  (28.  November
I 533)  die  Zusendung  eines  Geschenkes  in  Aussicht  stellte 4 ).
Ende  Januar  1534  liess  dann  Paumgartners  Sekretär  Gering
im  Aufträge  seines  Herrn  an  den  Humanisten  eine  Sendung
Wein  abgehen 6 ).  Der  letzte  Brief  Paumgartners  an  Erasmus
berührte  nochmals  den  Namen  des  verstorbenen  Zasius 6 ).
Paumgartner  teilte  hierin  (25.  Juni  1536)  dem  Humanisten  mit,
dass  er  den  Sohn  des  Zasius  auf  seine  Kosten  studieren  lasse,  da
er  seine  Freunde  nicht  nur  zu  ihren  Lebzeiten,  sondern  auch  noch
über  den  Tod  hinaus  zu  ehren  pflege.  Die  allernächste  Zukunft  gab
diesen  Versicherungen  Paumgartners  noch  eine  besondere  Bedeutung, ­
  denn  bereits  am  12.  Juli  1536  starb  auch  Erasmus.
*)  Derselbe  Gedanke  kehrt  wieder  in  einer  Widmung  des  Erasmus
an  Christoph  von  Stadion,  mit  der  er  diesem  im  Jahre  1535  seinen  ,,Ecclesiastes"
  übersandte.
2 )  Näheres  siehe  u.  S.  101  ff.  Irrigerweise  nennt  Erasmus  hier
Paumgartners  jüngsten  Sohn  Daniel  statt  David.
3 )  Erasmi  opp.  III  1484.
4 )  Beihefte  zum  Zentralbl.  f.  Bibliothekswesen  XXVII  S.  230.
6 )  Ebenda  S.  237.  Noch  ein  zweites  Mal  (29.  Januar  1535)  erfreute
Paumgartner  den  Erasmus  mit  einer  Sendung  Wein.  Ebenda  S.  257.
*)  Erasmi  opp.  III  1773  B.
            
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