Full text: Vieh und Fleisch in der deutschen Kriegswirtschaft

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Einstandspreise bei Rindern 11 bis 30 v. H., Kälbern 13 bis 35 v. H-, 
Schafen 12 bis 21 v. H. und Schweinen 4 bis 9 v. H. gutgeschrieben 
zu werden.. Dabei ist es ein Fehler mancher Städte, für Wurstgut 
nichts gutzuschreiben, also das Fleisch zu verteuern, um daun auffällig 
billige Wurst abzugeben. 
Als Zuschläge fcnmuen die Generalunkosten der Verteilungs- 
zentrale in Frage. Diese können zunächst in ganz geringen Spesen 
für Bürohaltung, Besoldung von Verteilnngsbeamtcn, Fleischkarten 
druck, Bekanntinachungskosten und dergl. bestehen. Anderseits ist 
cs nicht unangemessen, die Generalunkosten für die Haltung von 
Kühlhäusern und Gefrierräunien sowie von Fleischrücklagen für Not 
standszeiten hier einzurechnen. Im allgemeinen werden insgesamt 
hierfür 3 6is 6 für ein Pfnnd nicht überschritten. 
Völlig unangemessen würde es dagegen sein, Neingewinne ein 
zurechnen, selbst wenn diese auf anderem Wege der Volksernährung 
zugeführt würden. Wenn z. B., wie es geschehen ist, die Abgabe von 
Gemüsekonserven unter Einstandspreis aus das Fleisch geschlagen 
wird, dann hört jede durchsichtige und vergleichbare Veranschlagung 
des Fleischpreises auf. 
Wenn nach alledem der Kommunaloerband den Preis errechnet 
hat, zu dem er in der Lage ist, das Frischfleisch au die Ladenfleischer 
(Fleischverkäufer) abzugeben, dann setzt die Preispolitik für 
d e n K l e i n h a n d e l ein. 
Der Kleinhandel muß heute, wo ihm üblicher Weise nur der 
reine Fleischverkauf verbleibt, noch mit folgenden Kosten rechnen: 
Zunächst hat er den sogenannten „Hauverlust" zu tragen, der 
darin besteht, das; beim Auswiegen des Fleisches, insbesondere der 
Knochcnbeigabe, Gewichtsverluste unvermeidlich sind, zumal übrig 
bleibende Knochen, so gern sie als Suppenknochen gekauft werden, 
nur zu Höchstpreisen abzusetzen sind, die weit unter dem Fleischpreise 
stehen. Der Hauverlust ist um so höher, je magerer ein Tier ist. 
Hieraus erklärt sich, daß mancherorts 8 v. H. Hauvcrlust als 
Mindestmaß gcfordct' werden, während andere Städte, insbesondere 
wenn sie 3 v. H. Schwundverlust ans das Warmgewicht geben, mit 
4 v. H. Hauverlust auskommen. 
Weiter muß der Fleischverkäufer die allgemeinen Un 
kosten seines Ladens bezahlen, die insbesondere Miete, Personal, 
Inventar, Steuern, Licht, Heizung u. a. m. umfassen. Sehr ein 
gehende Berechnungen der Reichsfleischstelle haben ergeben, daß diese 
Unkosten in Abhängigkeit vom Umsätze stehen und bei der Normal- 
ration von 250 g auf den Kopf und die Woche bis zu 18 bei der
	        
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