Full text : Die Preisprüfungsstellen

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zu  dem  Rufe  nach  zentraler  gleichmäßiger  Regelung.  Die  einheitliche
Verfügung  und  Verteilung  erforderte  einheitliche  Zusammenfassung
der  Vorräte  man  kann  erst  gerecht  und  gleichmäßig  verteilen,
wenn  man  weiß,  was  vorhanden  ist  und  über  die  Vorräte  Verfügung
hat  —,  und  so  vollzog  sich  der  Übergang  zur  Reichsbewirtschaftung.
Schon  im  Winter  1915/16  setzte  die  Wandlung  ein.  Die  Reichskartoffelstelle, ­
  bei  ihrer  Gründung  mit  Aufgaben  betraut,  die  durchaus ­
  im  Rahmen  der  kommunalen  Versorgungsregelung  lagen,  erhielt
einen  immer  selbständigeren  und  größeren  Verfügungsbereich;  eine
große  Zahl  Landeskartoffelstellen  in  den  Bundesstaateist  schloß  sich
jm  Frühjahr  und  Sommer  1916  an;  Preisgestaltung,  Beschaffung
und  Verteilung  des  neben  Brotgetreide  wichtigsten  Massenverbrauchsgutcs
  war  damit  den  Kommnnalvcrbänden  weitgehend  entzogen.  Die
Reichsfleischstelle  von  Ende  März  1916  und  die  Reihe  der  Landesfleischstellen, ­
  ebenso  auch  die  Vichbandelsverbäude  nahmen  das  dritte
wichtigste  Verbrauchsgut  in  zentralere  Bewirtschaftung.  Die  Grikndung
  der  Reichs,zuckerstelle  im  April  1916  mit  der  für  manche  der
folgenden  Kriegsgescllschaftcn,  richtunggebenden  Aufgabenzuweisnng:
„Regelung  des  Verkehrs,  Verteilung  der  Vorräte  an  die  Kommunalverbände, ­
  Betriebe,  Heer  und  Marine",  und  der  Erlaß  von  Höchst
preisen  bis  zum  Verbraucher  entzogen  den  Zucker  der  kommunalen
Bestimmung.  Die  Reichsstclle  für  Gemüse  und  Dbst  vom  Mai  1916
bedeutete  keine  ganz  so  weitgehende  Verengung  von  Zuständigkeiten'
der  Kommnnalverbände;  die  technische  Eignung  des  Gegenstandes,,
insbesondere  soweit  er  zum.  Frischverbrauch  bestimmt  ist,  hinderte
jede  zu  straffe  Bewirtschaftung.  Ende  Mai  1916  erfolgte  die  Errichtung ­
  des  K  r  i  e  g  S  c  r  n  ä  b  r  u  n  g  S  a  in  t  e  s,  der  mit  weitgehender
Verfügungsmacht  über  alle  NahrungS-  und  Futtermittelvorräte  im
.  Reiche,  ihre  Verteilung  und  Preisbildung  betrauten  obersten  Bewirtschaftungsstelle. ­
  Und  danach  dehnte  sich  der  Umkreis  der  in
Zentralbewirtschaftung  genommenen  Lebens-  und.Futtermittel  schnell
aus  alles,  was  dem  Massenvcrbrauche  dient,  aus.;  wohl  verständlich,
denn  eine  Regelung  und  Sicherung  der  Rahrungsversorgnng  kann
die  gegebenen  Grundbedingungen  gleichmäßiger  und  gerechter  Verteilung ­
  nie  erfüllen,  wenn  sie  nur  einige  Hauptgebiete  des  Marktes
in  der  Hand  hat;  mit  der  Bewirtschaftung  der  Hauptgebiete  werden
die  Randgebiete  immer  wichtiger,  und  so  griff  das  System,  seinen
eigenen  Bewegungsgesetzen  folgend,  immer  weiter  um  sich,  erfaßte
Hülsenfrüchte,  Teichfische,  Eier,  Speisefette,  Kaffee,  Tee  und  deren
Ersatzmittel,  Kakao  und  manches  andere.  Daneben  entstanden  in  ein
zclnen  Bundesstaaten  weitere  Bewirtschaftnngs-  und  VerteilungS-
            
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