Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

Kontenkriiik.

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v on  wurden  einem  Geheim-Konto  150  000  und  der  Rest  mit
o8l  000  einem  Delkredere-Fonds  gutgeschrieben,  einer  Art  Dis-Positions-Fonds
  ohne  Rechenschaftspflicht  für  den  Direktor,  ein
Ponds,  der  auch  die  Ausgaben  zu  tragen  hatte,  die  dem  Handlüngsunkosten-Konto
  zugeschrieben  werden  sollten.  In  der
Bilanz  waren  bereits  getilgte  Forderungen  als  weiter  bestehend
verbucht.  Zu  den  „Geschäften  im  eigenen  Klüngel“  zählte  der
Bericht  des  Konkursverwalters  die  Übernahme  von  800  000  M.
leuer  Brauerei-Aktien  zu  115  %  durch  ein  Konsortium,  gebildet
aus  Herren  der  Bankverwaltung.  Eine  neugegründete  Bank
diente  als  Organ  für  Schiebungen,  indem  sie  für  1,3  Mill.  fingierte
'lud  uneinbringliche  Forderungen  übernehmen  mußte,  die  die
Niederdeutsche  Bank  aus  ihren  Büchern  entfernen  wollte.

17.  Abschnitt.
Kontenkritik  und  Bilanzrechnungen.
Durch  die  kontenmäßige  Zusammenfassung  aller  wirtschaftlichen ­
  Ereignisse  wird  die  Gesamtwirtschaft  in  Einzelwirtschaften,
das  Ganze  in  seine  kleinsten  Teile,  dargestellt  durch  Konten,
"erlegt  (Bd.  I,  S.  3ff.).  Somit  muß  die  Kritik  der  Ergebnisse
mit  der  kritischen  Untersuchung  der  Konten-Ergebnisse  beginnen.
Bazu  ist  erforderlich,  daß  man  sich  über  die  Funktion  des  Kontos
'm  gesamten  Rechnungsorganismus  klar  ist,  seinen  materiellen
Inhalt  kennt.  Die  traditionellen  Kontenüberschriften  (Soll,
Bebet  usw.)  sind  nichtssagend.  Die  formale  Richtigkeit  des
Kontos  vorausgesetzt  —  Anfangsbestand  =  Schlußbestand  des
Vorjahres,  richtige  Übertragung  der  Grundbuchungeü  aus  den
Memorialen,  richtige  Buchung  der  Geschäftsfälle,  d.  h.  Aufteilung ­
  der  Zahlen  auf  die  richtigen  Konten,  Verrechnung  alle
dem  gleichen  wirtschaftlichen  Zwecke  dienenden  Geschäftsfälle
a üt  dem  gleichen  Konto  —  beginnt  die  Kritik  mit  der  rechnerischen ­
  Bearbeitung  der  Kontenzahlen,  der  sich  die  relative
Betrachtung  anschließt 1 ).  Zunächst  erstreckt  sich  die  Konten-*)
  Vgl.  auch  Ehlers,  Kreditgenossenschaftliche  Probleme,  Thünen-Archiv
  1906,  S.  775  ff.;  Schaer,  Konsumverein  und  Warenhaus.  Archiv  für
Sozialwissenschaft  und  Sozialpolitik  Bd.  XXXI  Heft  2.
            
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