Bilanzen der Genossenschaften.
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C. Bilanzschema für Konsumvereine.
Mit der Liquidität dieser Vereine haben sich Genossenschaft»-
tage wiederholt beschäftigt. Schließlich kam es zur Annahme
folgender Thesen: Die Summe der bereiten Mittel soll mindestens
die Hälfte aller kurzbefristeten Verbindlichkeiten, einschließlich
des Reinvermögens betragen. Die Liquidität wird gefördert
durch An- und Verkauf von Waren gegen Barzahlung, Einkauf
von Waren mit raschem Absatz, d. h. Erhöhung der Umsatz
schnelligkeit, Ansammlung genügender Geschäftsguthaben durch
Vermehrung der Mitgliederzahl oder Erhöhung der Geschäfts
anteile, Ansammlung von Rücklagen, endlich Ansammlung des
Reingewinns während des Geschäftsjahres in barem Gelde oder
kurzfristigen Bankguthaben bis zur Höhe von 6 / 6 des auszu
zahlenden Betrages. Auch höhere Abschreibungen bewirken eine
Zurückhaltung liquider Mittel. Die Warenbestände, die Betriebs
kapitalien der Konsumvereine, werden hier nicht zu den liquiden
Mitteln gerechnet. Hausanteilscheine und Hypotheken dienen
zur Beschaffung des Anleihevermögens in Grundstöcken.
Auch hier ist zu betonen, daß das Wesentliche der Liqui
ditätstrage ist, daß die Geschäftsleitung jederzeit imstande ist,
die Verbindlichkeiten zu erfüllen, mag auch die Bilanz, ein Augen
blicksbild, aus zufälligen Gründen den strengen Anforderungen
der entwickelten Grundsätze nicht immer entsprechen.
Das erste vom Genossenschaftstag beschlossene Bilanz
schema (/) überläßt es dem sachverständigen Bilanzleser, das
Verhältnis zwischen greifbaren Mitteln und den sofort zahlbaren
Verbindlichkeiten zu ermitteln. „Kurswert der Effekten“, das
soll wohl heißen „Anschaffungswert“. „Kautionen in Wert
papieren“ sind Passivkautionen, von der Genossenschaft emp
fangen und gehören nicht in die Bilanzspalte. Die Passivseite
dieses Schema beginnt mit dem Vereinsvermögen; zweckmäßiger
wäre die Anreihung des Mitgliedervermögens. Hypotheken und
Hausanteilscheine wären besser nacheinander zu stellen; dann
folgen Darlehen, Spareinlagen, Barkautionen usw.
Das zweite, von anderer Seite vorgeschlagene Bilanzschema
(II) trennt die Passiven nach ihrer Deckungsdringlichkeit, reißt
also zusammengehörige Posten auseinander. Auf die Unstimmig-