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Bilanzen der Genossenschaften.
Kreditkassen (Verbandskassen), denen sie die verfügbar^
bestände überlassen, und bei denen sie auch einen bJffiÖjnmten^ /
Kredit genießen, den man, soweit er noch frei verfügbS
den liquiden Mitteln der Genossenschaft zählen muß. Die \
kassen ihrerseits finden Anschluß an Kreditinstitute höherer Orc
nung, wie die Preußische Zentral-Genossenschaftskasse in Berlin,
die landwirtschaftliche Zentral-Darlehnskasse in Berlin. Die
Gelder werden von der Genossenschaft auf längere Fristen, bis
10 Jahre, ausgeliehen. Die Darlehnskassen kennen fast keinen
Wechselverkehr; die Lombarddarlehen treten zurück; natur
gemäß haben hingegen die Hypothekardarlehen große Bedeutung,
b) Die Schulze-Delitzschschen Genossenschaften befolgen mehr
bankmäßige Grundsätze, sind Volksbanken, denen die Selbst
sorge wegen der Liquidität ihrer Mittel auferlegt ist, weshalb die
Hypothekendarlehen möglichst beschränkt werden sollen. Sie
legen großen Wert auf die Bildung eigenen Vermögens, pflegen
besonders den Wechselkreditverkehr durch Diskontierung der
Geschäftswechsel ihrer Genossen, die Vorschußgewährung gegen
Bürgschaft, Schuldscheine und Wechselunterschrift (Vorschuß
wechsel als Sicherheit, nicht rediskontierbar), gewähren Bau
geldkredit und betreiben auch die übrigen Bankgeschäfte, wie
die Beleihung von Wertpapieren, den Kontokorrent-Verkehr, das
Effekten-Kommissionsgeschäft, die Effektenverwaltung und den
Zahlungsverkehr (Scheckverkehr, Scheckvereinigung, Giro ver
band). Die Genossenschaften dieser Gruppe (sind in der Mehrzahl
dem Allgemeinen Verband der auf Selbsthilfe beruhenden deut
schen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschatten in Berlin an
geschlossen) finden den Anschluß an den Geldmarkt durch Ver
bindung mit den Banken (Genossenschaftsabteilung der Dresdner
Bank und andere Großbanken); den Anschluß an Verbands
kassen haben sie abgelehnt J ).
Der 53. Allgemeine Genossenschaftstag (München 1912, vgl. Mit
teilungen, Berlin 1913, S. 362) hat den Kreditgenossenschaften zur Auf
stellung der Bilanz ein Schema empfohlen, dem das Bilanzbeispiel S. 32/33
entspricht. Auf der Aktivseite sind noch anzufügen: Festbefristete Hypo-
J ) Materialien zur Frage des Depositenwesens. Berlin 1910. S. 211 ff,
Ehlers, Kreditgenossenschaflliche Probleme. Thünens Archiv 1906. Crüger,
Vorschuß- und Kreditvereine als Volksbanken. 8. Aufl. Berlin 1915.
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