Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Neuzeitliche  Bilanzfragen.

das  Maßgebliche,  d.  h.  die  Gegenüberstellung  von  Aufwand  und
Leistungen  sowie  die  Ermittelung  des  Überschusses  der  Leistung
der  Unternehmung  über  den  Unternehmungsaufwand.  Die  Vermögensbilanz ­
  einer  jungen,  noch  mit  großen  Schulden  belasteten
Gesellschaftsunternehmung  oder  einer  im  Aufbau  und  in  der
Entwickelung  begriffenen  Unternehmung  wird  anders  aufzustellen
sein  wie  die  einer  finanziell  stark  fundierten  Unternehmung  mit
beträchtlichen  Bankguthaben,  der  die  Möglichkeit  offensteht,
jederzeit  den  Anleihemarkt  in  Anspruch  zu  nehmen.  Die  ertrags-
  und  finanzwirtschaftlichen  Gesichtspunkte  haben  heute
eine  größere  Bedeutung  wie  in  der  Jugendzeit  der  doppelten
Buchführung  und  der  kapitalistischen  Wirtschaft  überhaupt,  wo
man  im  Handelsgewerbe  zunächst  den  Verkaufgewinn  am  Umsatz ­
  „kalkulierte“  und  eine  Vermögensbilanz  zwecks  „Übersicht
über  die  Lage  des  Vermögens“  und  der  Schulden  als  Selbstzweck ­
  aufstellte.
Bei  Ermittelung  eines  im  Berechnungsabschnitt  verdienten
Reingewinnes  müssen  die  Erfolgsregulierungsposten  gewissenhaft
berücksichtigt  werden  (S.  160f.).  Abschreibungen  auf  das  Anlagevermögen ­
  sind  ein  Mittel  der  Aufwandberechnung  (Schmalenbach,
  a.  a.  O.  S.  47):  Ausgaben  der  Vergangenheit  werden  nach
einem  bestimmten  Maßstabe  in  Aufwand  des  Berechnungszeitraumes ­
  umgewandelt;  Rückstellungen  sind  noch  nicht  verteilter ­
  Gewinn  (neues  Kapital)  oder  noch  nicht  bezahlter  Aufwand ­
  (Ausgaben-Rückstellung).
Bei  dieser  Auffassung  der  Bilanz  können  für  Vermögensgegenstände ­
  zur  Anwendung  kommen:
aa)  Der  Kostenwert  der  Vergangenheit;  wirklich  verausgabte ­
  oder  berechnete  Einstands-,  Gestehungs-,  Produktionskosten, ­
  Selbstkosten.  Wertschwankungen  bleiben  unberücksichtigt. ­

bb)  Ein  unveränderlicher  Kostenwert  (Schmalenbach):  Der
normale,  „eiserne“  Bestand  an  Waren  oder  Werkstoffen  wird
zu  einem  unveränderlichen  Preis,  der  über-  oder  unternormale
Bestand  zum  Zeitwert  berechnet  und  dem  normalen  Bestandswert ­
  zugeschlagen  oder  von  ihm  abgezogen.
cc)  Unter  Umständen  ist  es  erforderlich,  bei  der  Bemessung
von  Ausgaben-Rückstellungen  stark  schwankende  und  steigende
            
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