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Revolten, ohne Kenntnis und unbekümmert um das
schreckliche Elend eines ihm unbekannten Proletariats.
Ich lieg’ und besitze,
Lass mich schlafen !
§ 4-
Mehrwert und Profit.
Je nach dem Gesichtspuncte, von dem wir ausgehen,
erscheinen uns demnach die Profite in zwei sehr verschie
denen Gestalten.
Einmal stellen sie — wenn wir absehen von dem
Lohne für die Leitung, für Erfindung und für die Organi
sation der Unternehmungen — die Masse des Mehrwertes
dar, den die Capitalistenclasse kraft ihres Eigentumsrechtes
aus den von ihr abhängigen Handarbeitern und Geistes
arbeitern herauszieht.
Betrachtet man auf der anderen Seite die Verteilung
der Profite unter die verschiedenen Individuen, so bilden
sie den stärksten, um nicht zu sagen, einzigen Motor
der capitalistischen Production.
Die Sucht nach Profiten veranlasst die Accumulation
des Capitals, treibt die Unternehmer auf das Schlacht
feld der Concurrenz, erzeugt in dem Fieber der kühnen
und gar zu oft unrechtmässigen Speculationen — inter
stercus et urinam nascitur homo — das mannigfaltige
und grossartige Aufblühen der Unternehmungen, die wir
in den letzten Jahren auf der ganzen Erde zu bewundern
Gelegenheit hatten. Aber während auf der einen Seite
die activen Capitalisten, die Männer der Initiative, die
modernen Conquistadoren, mit einer Energie, der meistens
nur ihre Scrupellosigkcit gleichkommt, unablässig neue
Unternehmungen schaffen und neue Länder aufteilen, ent
wickelt sich auf der anderen Seite der passive Capitalis-
mus, dieses tote Gewicht der modernen Production. Und
dank dem Mechanismus der Actiengesellschaften, der alle