Object: Die südrussische Eisenindustrie

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Technische Ausrüstung der südrussischen Hüttenwerke. 
steht aus A. E. G.-Dampfturbinen. Taganrog und Makiewka haben 
gemischte Anlagen: Erstere Augsburg-Nürnberg-Motore und A. E. G.- 
Dampfturbinen, letztere Mühlhausen-Motore und Rateau-Dampftur- 
binen. Auf den anderen Hüttenwerken sind hier und da eine oder 
zwei Dampfturbinen eingebaut, aber keine der Kraftanlagen besitzt 
über 10000 P,S. Allen diesen Werken stehen noch große geldliche 
Aufwendungen zum Ausbau ihrer Kraftanlagen zwecks Ersparung 
von Kesselkohlen bevor. 
Die Walzwerksanlagen bestehen meist ohne große Umänderung 
seit ihrer Erbauung in den 90 er Jahren mit Ausnahme von einigen 
kleinen und Drahtstraßen, die moderneren Ursprunges sind. Fast 
auf allen Hüttenwerken sind die Walzwerksanlagen so reichhaltig 
angelegt, daß sie in ihrer Gesamtheit weit mehr Material verarbeiten 
können, als Stahlwerke und Hochofenanlagen ihnen vorzubereiten im 
stande sind. 
Die Beförderung der Fertigerzeugnisse von den Walzenstraßen 
angefangen bis zur Ladung in die Waggons ist auf den meisten 
Werken noch wenig neuzeitlich eingerichtet. Auch den Wärmeöfen, 
besonders denjenigen für kleine und Mittelstraßen, wurde im ganzen 
Süden Rußlands noch nicht genügend Beachtung geschenkt. Der 
Kohlen verbrauch der Wärmeöfen ist fast überall ein hoher. Die 
hohen Kohlenpreise der Zukunft werden in allen Werken notge 
drungen zu Verbesserungen führen. 
Gestehungkosten der Hüttenwerke. Ein Vergleich der 
Gestehungskosten der südrussischen Hüttenwerke mit denjenigen 
Westeuropas vor dem Kriege ergab, daß die Preise der Rohstoffe: 
Erz, Kalkstein, Kohle und Koks in Südrußland entweder billiger 
oder annähernd die gleichen waren wie in den westeuropäischen 
Werken. Beim Roheisen blieb dieses Verhältnis auch meist noch 
gewahrt, wenn auch der Anteil an den Kosten für Unterhalt und 
Arbeitslöhnen im Selbstkostenpreise des südrussischen Roheisens 
schon erheblich größer war. Der Preis des Martinstahles war schon 
überall bedeutend höher als in Westeuropa. Je weiter dann in den 
Walzwerken oder Werkstätten die Verarbeitung von Stahl und Eisen 
fortgesetzt wurde, um so größer wurde der Unterschied zwischen dem 
Selbstkostenpreise des rüdrussisohen und dem des westeuropäischen 
Werkes, umso aussichtsloser war der Gedanke, jemals den hohen 
Zoll auf russische Eisenerzeugnisse entbehren zu können, und von 
einer gewinnbringenden Ausfuhr russischer Eisenerzeugnisse auf den 
Weltmarkt konnte keine Rede sein. Hierfür hat es mehrere Gründe 
gegeben. Es war vor allem die geringere Leistungsfähigkeit des 
russischen Arbeiters im Vergleich zu dem westeuropäischen und die 
große Anzahl an Meistern und Äufsichtspersonal, die zur Über-
	        
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