Full text: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

m 
34 
waren. In den Jahren 1801 bis 1806 brachte er elf Anleihen im 
Gesamtbetrag von nahezu 5 Millionen Gulden zustande. Mit ge 
ringen Ausnahmen aber wurden die Summen verabredetermaßen 
von den landgräflichen oder kurfürstlichen Kassen bestritten, und 
ähnlich verhielt es sich mit anderen gleichartigen Finanzgeschäften. 
Hauptkontrahent bei den Anleihen und sonstigen Geldgeschäften 
dieses Zeitraumes ist Dänemark. Außerdem kommen drei Anleihen 
mit Hessen-Darmstadt zustande, eine mit Kurbaden, und eine ver 
unglückte Anleihe betrifft den Johanniter-Orden. 
Dänemark. 
Es ist interessant zu beobachten, mit welcher Vorsicht Roth 
schild zu Werke ging, als er den ersten Schritt wagte, sich an 
einer Anleihe großen Stils auch nur zu beteiligen, ln den Roth- 
schildschen Tilgungsbüchern wird als erste Anleihe eine 4prozentige 
dänische aufgeführt. Sie wurde am 1. Oktober 1800 abgeschlossen 
und belief sich auf 66 000 Conv. Species Taler. Die Hauptmasse der 
Partialobligationen trug aber die Nummern 402—425 und 551—650. 
Das deutet darauf hin, daß es sich hier nur um einen Anteil an 
einer größeren Anleihe handelt, und diese größere Anleihe war von 
den Rüppell & Harnier debitiert. Wenn wir die Marburger Akten 
dieser Firma heranziehen, so finden wir, daß sie unterm 6. Oktober 1801 
dieselben Nummern ihrer dänischen Anleihe vom Jahre 1800 im 
Betrag von 77 500 Rtlr. in Ldor an den Landgrafen von Hessen 
verkauft. 
Das sind die 124 Obligationen, die nach dem Rothschildschen 
Tilgungsbuch C[arlshausen], d. h. der Landgraf von Hessen empfing. 
Da der Zinsfuß von 4 Prozent dem Landgrafen nicht genügte, so 
mußten die Rüppell & Harnier für die ausbedungene zehnjährige 
Stillstandszeit 1 /2 Prozent Zinsaufschlag im voraus entrichten, wofür 
3875 Rtlr. zu zahlen waren. Die Kaufsumme des Landgrafen wurde 
mit einer dänischen Zins- und Stückzahlung bestritten, die am 
1. Juli desselben Jahres fällig war und durch die Gebr. Bethmann 
übermittelt wurde. Sie betrug 27 000 Rtlr. Zinsen und 50 000 Rtlr. 
Kapitalrückzahlung, alles in Ldor zu 5 Rtlrn. Diese in Gold empfangenen 
Beträge sollten auch wieder in Gold angelegt werden. Dazu fand 
sich aber für eine so beträchtliche Summe keine Gelegenheit. In 
folgedessen ließen sich die Rüppell & Harnier von der dänischen 
Regierung ermächtigen, statt der Konventionstaler Gold auf die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.