Full text : Volkswirtschaftspolitik

Fachansbildungspolitik.

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gebene  Behandlung  der  Frage  des  Fortbildungsschulzwanges
erklärt  sich  daraus,  daß  die  Fortbildungsschulen  die  grundlegenden, ­
  also  jedermann  in  diesem  Berufe  notwendigen  Fachkenntnisse
  lehren.  Bei  den  höheren  Schulstufen  dagegen  muß
wie  bei  den  höheren  Lehranstalten  überhaupt  dem  einzelnen
liberlassen  bleiben,  ob  er  sich  solcher  Anstalten  bedienen  will
oder  nicht.
Eine  besondere  Stellung  nimmt  in  diesen  Dingen  das
Hairdwerk  ein  insofern,  als  der  Nachwuchs  regelmäßig  durch
eine  mehrjährige  Lehrzeit  hindurchzugehen  hat,  von  hier  aus
aber  an  sich  zum  Gesellen  und  selbständigen  Meister  vorzurücken ­
  vermag..  Die  scharfe  Scheidung  des  Bildungsbedürfnisses ­
  der  einzelnen  gesellschaftlichen  Strifen,  wie  sie  bei  den
in  dem  Großgewerbe  tätigen  Personen  besteht,  fällt  deshalb
beim  Handwerke  weg,  und  Art  und  Erfolg  der  Lehrlingsausbildung ­
  hat  auch  für  Gesellen  und  Meister  eine  unmittelbare
Bedeutung.  Daher  ist  gerade  auf  die  Lehrlingsausbildung
>m  Handwerke  stets  besonderer  Nachdruck  gelegt  worden.  Zu
den  besten  Erfolgen  des  Zunftwesens  früherer  Jahrhunderte
gehört  die  gute  Regelung  des  Lehrliugsweseus.  Sie  stellte
eine  gründliche  fachliche  Ausbildung  der  Lehrlinge  unter
strenger  Überwachung  der  Zünfte  und  ferner  durch  den  famiiienhaften
  Zusamnieuhang  mit  der  Haushaltung  des  Meisters
auch  eine  günstige  sittliche  Entwicklung  im  wesentlichen  sicher.
Mit  dem  Verfall  der  Zünfte  und  dem  Aufkommen  der  Auffassung ­
  des  Verhältnisses  zwischen  Arbeitgeber  und  Arbeitnehmer ­
  als  eines  geschäftlichen  Vertragsverhültnisses  im
19.  Jahrhunderte  ging  mit  manchem  anderen,  das  in  die
neuen  Verhältnisse  nicht  mehr  paßte,  auch  diese  gute  Wirkung
bos  alten  Zunftwesens  zugrunde.  Die  Meister  verloren  vielfach ­
  den  Sinn  für  eine  gründliche  Ausbildung  der  Lehrlinge
stl  ihrem  Fache;  sie  sahen  in  den  Lehrlingen  häufig  nur  billige
Arbeitskräfte  für  bestimmte  untergeordnete  Verrichtungen,
            
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