Full text: Volkswirtschaftspolitik

Eigeniumspokitik. 
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Geldwirtschaft. Wird sie in vernünftigen Grenzen geübt, so 
kommt sie durch Verminderung des durch Steuern, auszu 
bringenden Teiles der öffentlichen Einnahmen den weniger 
leistungsfähigen Schichten mittelbar zugute, ohne indes die 
Wohngelegenheiten zu verbilligen. - Wird sie dazu beirutzt, 
übermäßiger Mietsteigerung durch billigere Abgabe der dar 
auf zu errichtenden Wohnungen entgegenzuarbeiten, so 
würde sie der Wohnbevölkerung unmittelbar nützen, aber 
dem Einnahmebedürfnisse der Gemeinden und des Staates 
nicht — jedenfalls nicht unmittelbar — vorteilhaft sein. 
Die Frage, wie weit das Einnahmebedürfnis bei dein im 
öffentlichen Sondereigentume stehenden Wohnboden hinter 
dem Streben nach Verbilligrmg der Wohngelegenheiten 
zurücktreten wird, läßt sich nicht allgemein und im voraus 
beantworten; ihre Beantwortung muß aber wesentliche Be 
deutung für das Verhalten der Volkswirtschaftspolitik be 
sonders gegenüber entsprechenden Bestrebungen der Ge 
meinden haben. Der Überführung des ganzen Wohnbodens 
au die Gemeinden stehen ernste Bedenken entgegen, wenn 
es nicht gleichzeitig möglich ist, das Einnahmebedürfnis der 
Gemeinden gegenüber der naheliegenden Ausnutzung des 
Wohnbodens zur Einnahmegewinnung in Schranken zu halten. 
Ein anderer Weg, Staat und Gemeinden einen Anteil 
an dein erwähnten Einkommens- und Wertzuwachse zu ver 
schaffen, ist die Besteuerung dieses Zuwachses. Sie findet in 
gewissem Grade schon in der Einkommens-, Vermögens 
und Erbschaftssteuer statt und tritt in mäßigem Umfange von 
selbst ein bei der Grund- und Gebäudesteuer, wenn sie nach 
den, gemeinen Werte (Verkehrswerte) beinessen ivird, und 
bei der Grundstücksumsatzsteuer, wenn sie sich nach dem 
Verkaufswerte richtet. Wie weit sie noch in Form von 
Sondersteuern ausgebaut werden müßte u>,d könnte, ohne 
den Zuwachs ganz aufzuzehren, ist eine Frage nicht der Volks-
	        
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