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großen Dampfer benutzen deshalb die Kaianlagen während der
Dauer von fünf Tagen. Das Lösch- oder Ladegeschäft, das dann
noch nicht bewältigt ist, wird »im Strom« erledigt. Denn der
freilich bedeutend langsamere Strombetrieb mit den damit ver
bundenen Unkosten durch längere Ruhetage stellt sich doch
noch billiger, als das Laden des Schiffes am Kai bei Zahlung des
Zuschlags zur Raumgebühr. Der Grund, warum der Zuschlag zur
Raumgebühr so hoch bemessen ist, liegt darin, daß die Kaistrecken
und Schuppen um das doppelte vergrößert werden müßten, sollte
sowohl das Lösch- wie das Ladegeschäft auch der größten Schiffe
am Kai bewältigt werden. Diese würden doppelt so lange Zeit
am Kai liegen wie die Schiffe normaler Größe, und es müßte so
mit Raum für neu einkommende Dampfer geschaffen werden.
Das aber bedeutete eine so immense Vergrößerung der Anlagen
und damit der Aufwendungen, daß eine Rentabilität des Betriebes
in Frage gestellt werden würde. Man behilft sich da besser mit
dem Umschlag an den Dückdalbenreihen »im Strom«. Um die
großen Schiffe, die wegen des hohen Zuschlages zur Raumgebühr
gezwungen sind, einen Teil des Umschlagsgeschäftes »im Strom«
zu erledigen, wegen des damit verbundenen Zeitverlustes zu ent
schädigen, hat man Sammelstellen für Ausfuhrgüter errichtet, um
von da aus mit Wasserfahrzeugen die Güter an die Schiffe zu
bringen. Dafür zahlen die Schiffe, die den Kai zum Löschen be
nutzen, die Hälfte der Gebühr, die sonst die Schiffe, welche die
Kais gar nicht in Anspruch nehmen, für derartige Anlieferungen
von Ausfuhrgütern zu zahlen haben.
Auch die Ladungsgebühr der Kais hat nicht unerheblich
au f den Modus des Löschens im Hamburger Hafen eingewirkt.
So werden geringwertige Güter, die die hohen Kaikosten nicht
Vagen können, bei einem am Kai liegenden Dampfer meistens
v/asserseits gelöscht. Solche Güter gelten dann als »im Strom«
gelöscht, und es entfällt auf sie nur die Raumgebühr.
Die Privatlcais, wie z. B. die Hapag, regeln ihren Lösch- und
Ladebetrieb anders als die Staatskais. Sie haben sich bei ihren
Anlagen besondere Schuppen nur für das Löschgeschäft und wieder
andere nur für das Ladegeschäft reserviert, um eine möglichst
große Umschlagsschnelligkeit zu erreichen. Die Bedeutung der
Umschlagsschnelligkeit bei den großen Schiffen der Privatbetriebe
geht schon hervor aus einem kurzen Vergleich der Durchschnitts
größe der am Staatskai und der am Privatkai verkehrenden Schiffe.
Es betrug nämlich im Jahre 1911 am Staatskai bei 4705 Dampfern