Full text : Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe

am  Seile  befestigt  wurden;  die  Last  schwingt  über  Bord  und  wird
sodann  in  die  Schuten  »heruntergefiert«.  Diese  Betriebsart  ist  für
alle  Güter  (Stückgüter,  Ballen,  Körbe  usw.)  anwendbar.  Die
Leistung  hält  sich  aber  selbst  bei  Schiffswinden  mit  Dampf-  oder
elektrischem  Betriebe  in  mäßigen  Grenzen.  Recht  gute  Leistungen
werden  bei  dieser  Betriebsart  eigentlich  nur  von  den  »Donkeys«,
d.  h.  Dampfwindenschuten  für  Kohlenlöschgeschäft  und  Kohlenbunkerei ­
  erzielt,  die  eine  Stundenleistung  bis  zu  12  Tonnen  erreichen. ­
  Der  Betrieb  mit  der  Handwinde  erzielt  eine  Stundenleistung ­
  von  ca.  10  Tonnen 1 ).
Eine  andere  Art  von  Lösch-  und  Ladevorrichtung  auf  dem
Schiffe  selbst  waren  früher  die  Kräne,  die  zwischen  Luke  und
Bordrand  feststehend  aufgestellt  wurden.  Diese  Einrichtung  hat
sich  nicht  bewährt  und  ist  deshalb  wohl  kaum  noch  irgendwo  im
Gebrauch  *  2 ).
Beim  Lösch-  und  Ladegeschäft,  das  »im  Strom«  unabhängig
vom  Kai  vor  sich  geht,  sind  natürlich  keine  Kai-  und  Gleisgebühren, ­
  sondern  nur  die  allgemeinen  Gebühren,  wie  Lotsengeld,
I  onnengeld  und  Hafenmeistergebühren  zu  zahlen.  An  die  Stelle
der  Kaigebühren  treten  die  privaten  Vereinbarungen  mit  den
Stauern,  die  meist  zugleich  neben  der  Verstauung  der  Ladung
lm  Schiff  auch  das  Löschen  und  Laden  selbst  übernehmen  und
die  Leute  stellen,  während  das  Schiff  je  nach  Vereinbarung
Winden,  Dampf  usw.  liefert.
Neben  den  bisher  erwähnten  Umschlagsmöglichkeiten  »im
Strom«  möchte  ich  hier,  bevor  ich  zu  den  Lösch-  und  Ladeeinrichtungen ­
  für  ganz  bestimmte  Massenartikel  übergehe,  der
schwimmenden  Kräne  gedenken,  von  denen  z.  B.  die  Hapag  einen
besitzt.  Der  Kran  hat  eine  Tragfähigkeit  von  30  Tonnen  und
w ird  lediglich  für  den  Umschlag  von  Schwergütern  gebraucht.
Die  Hapag  vermietet  diesen  Kran  gegen  einen  festen  Gebührensatz, ­
  den  ich  hier  nach  Mitteilung  der  Hapag  wiedergebe.

r )  Diese  für  Handbetrieb  so  beträchtliche  Leistung  hat  allerdings  für  die  Arbeiter
sehr  viele  Nachteile  im  Gefolge.  Die  überaus  anstrengende,  ungesunde  Arbeit  erfordert
sehr  kräftige  Leute,  die  selbst  bei  dem  hohen  Lohn  schon  nach  3—4  Jahren  eine
dichtere,  weniger  gut  bezahlte  Arbeit  der  »Kohlenjumperei«  vorziehen.
2 )  Für  den  Erztransport  hat  man  in  Rotterdam  spezielle  Schiffe  gebaut,  bei
denen  mittels  14  Windenmasten  ä  2  Winden,  Schiffe  von  mehr  als  4000  Registertonnen ­
  innerhalb  eines  Zeitraumes  von  24  Stunden  gelöscht  werden,  cf.  van  Ijsselste
 yn,  de  Haven  van  Rotterdam.  Rotterdam  1910.
Abhandlungen  d.  staatsw.  Seminars  z.  Jena,  Bd.  XII,  Heft  2.  4
Üaase,  Die  modernen  Lösch-  und  Ladeeinrichtungen  usw.
            
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