Full text : Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe

und  höchst  leistungsfähigen  Kohlenlösch-  und  Ladezurüstungen
einen  Teil  der  westfälischen  Kohle  über  seinen  Hafen  zu  leiten.
Der  Export  deutscher  verkokter  Kohle  ist  für  Rotterdam  besonders ­
  deshalb  von  Wichtigkeit,  weil  der  Koks  eine  sehr  geeignete
Rückfracht  bildet  für  die  aus  Schweden  und  Spanien  einlaufenden
Erzschiffe;  denn  dort  findet  in  den  Bergwerken  der  Koks  zu
metallurgischen  Zwecken  weitgehende  Verwendung.
Erst  ganz  neuerdings  verfügt  Hamburg  ebenfalls  über
schwimmende  Kohlengreifer.  Die  Kohlenstauereigesellschaft,
eine  Gründung  des  Vereins  der  Importeure  englischer  Kohle  in
Hamburg,  hat  drei  solcher  Greifer  in  ihrem  Besitz 1 ).  Die  Apparate
sind  Eisenkonstruktionen,  die  auf  Pontons  montiert  sind.  In  zirka
11  m  Höhe  befindet  sich  eine  hochklappbare  Auslegerschienenbahn, ­
  auf  welcher  die  Laufkatze,  die  den  Greifer  trägt,  entlangläuft. ­
  Der  ca.  2,5  Tonnen  fassende  Greifer  packt  die  Kohle  aus
dem  Schiffsraum,  hebt  diese  ca.  10  m  empor,  schüttet  sie  in
einem  auf  dem  Ponton  in  ungefähr  gleicher  Höhe  befindlichen
Trichter,  von  wo  aus  die  Kohle,  in  Partien  von  6  Tonnen  selbsttätig
  gewogen,  auf  ein  Transportband  fällt,  welches  sie  dann  durch
Schüttrohre  in  die  Leichter  führt.  Diese  Apparate  haben  eine
ganz  vorzügliche  Leistungsfähigkeit.  Sie  beträgt  bei  den  zwei
großen  mit  Dampf  betriebenen  Kohlengreifern  durchschnittlich
*5°  Tonnen  per  Stunde,  bei  dem  kleineren,  elektrisch  betriebenen
ca.  no  Tonnen  per  Stunde.  Von  wesentlichem  Einfluß  auf  die
erreichte  praktische  Leistung  ist  die  Bauart  der  Kohlendampfer.
Wie  bei  den  Brückenkränen  ist  auch  hier  die  Bauart  als  Selbsttrimmer ­
  die  beste.  Man  versteht  unter  Selbsttrimmer,  wie  ich
schon  erwähnte,  Kohlendampfer  mit  großen  Luken,  ohne  Raumleitern, ­
  mit  verkleideten  Schiffswänden  usw.,  daß  der  Greifer
ohne  Schwierigkeiten  und  ohne  Schaden  anzurichten  den  ganzen
Laderaum  bestreichen  kann 2 ).  Die  Anschaffungskosten  der  schwimmenden ­
  Greifer  stellen  sich  auf  ca.  200000  Mk.,  die  Löschung
der  Kohle  auf  40  bis  45  Pfg.  per  Tonne.  An  Personal  und
Mannschaft  werden  für  die  Bedienung  des  Greifers  im  Schiffsraum ­
  des  Kohlendampfers  ca.  16  Mann  benötigt.  Die  große
Ersparnis,  die  durch  die  Greiferlöschung  erzielt  wird,  erhellt
daraus,  daß  beispielsweise  für  die  Entlöschung  eines  3000  Tonnen-*)
  Erbaut  vom  Ingenieur  Bliedung-Hamburg.
2 )  Die  geeignetsten  Dampfer  soll  laut  Angaben  der  Kohlenstauereigesellschaft  die
Burnett,  Steam  Ship  Co.  besitzen.
            
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