verstanden, mit allgemeinen Zusicherungen dem Österreicher sich
zu entwinden. Bei diesen Verhandlungen in Dresden Hatte sich aber
auch der hannöversche Minister Freiherr von Münchhausen durch
Schwarzenberg persönlich verletzt gefühlt. Die Folgen dieser Miß-
helligkeit waren größer, als sie von (Österreich geahnt werden
konnten. Denn Hannover suchte nun nach längerer gegenseitiger
Verstimmung wieder Fühlung mit Preußen, vor allem in wirt
schaftlicher Beziehung. Denn wie die hannöversche Regierung
späterhin, am 2. Dezember 1851, ihren Ständen zugestand, war der
Steuerverein durch den Austritt Braunschweigs wesentlich geschwächt
worden: die niedrigen Zoll- und Steuersätze des Vereins konnten
den gesteigerten Staatsbedürfnissen gegenüber nicht mehr ausrecht
erhalten werden; die großen Säfen- und Tisenbahnbauten, die sich
notwendig gemacht hatten, konnten sich nur rentieren, wenn das
Sinterland sich daran beteiligte. Der Anschluß des Steuer
vereins an den Zollverein war also durchaus zu einer
Notwendigkeit geworden. Aber inan war auch nicht gesonnen,
sich so leichten Kaufs an Preußen hinzugeben; denn die bislang
sehr wenig belastete Konsumtion von Kolonialwaren und Tabak
mußte beim Anschluß an Preußen eine andere Behandlung er
warten, und dafür mußte man der Bevölkerung irgend eine Gegen
leistung bieten können, bei der nichts unpopulärer war, qls der
preußische Zollverein. Sang man ja in Sannover nach der
Melodie von Beckers bekanntem Rheinliede: „Wir wollen ihn nicht
haben, den preußischen Zollverein" und weiter:
. . „ Wir wollen ferner brauchen
Zu,u Punsch den echten Rack,
wir woll'n auch ferner schmauchen
Tin gutes Blatt Tabak.
Schon also aus Rücksicht aus die Bevölkerung, aber auch aus
Rücksicht auf die allgeiueine politische Lage mußten die Ver
handlungen ganz geheim gehalten werden, die in Magdeburg
zwischen dem preußischen Geh. Rate D e l b r ü ck , dem nachmaligen
ausgezeichneten Präsidenten . des Kanzleramtes und preußischen