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Staatsminifter (geb. 16. April 1817 zu Berlin), und dem
hannöverschen Steuerrat R l e n z e geführt und am 7. September
1851 zum Abschlüsse gebracht wurden. Geheim mußten diese Ver
handlungen auch deshalb geführt werden, weil gemäß den
Dresdener Ronferenzbeschlüffen erst in Rassel, dann in Frankfurt
auf Betreiben Österreichs Rommissionen tagten, die endlich den
verschollenen § 19 der Bundesakte wieder ins Leben zurückführen
sollten. Für diese Rommissionen bewies namentlich Beust ein fieber
haftes Interesse.
Als man nun den Vertrag zustande gebracht hatte, der aber
zunächst nur zwischen dem Steuerverein und Preußen abgeschlossen
war und auf die andern dem Zollverein angehörigen Staaten sich
nur insoweit erstrecken sollte, als solche noch nach dem 31. Dezember
1853, dem Ablausstermine des Zollvereins, sich mit Preußen
zusammenhalten würden, tat Preußen einen Schritt, der von den
sämtlichen zum Verein gehörigen Staaten mit Recht als eine un
erhörte Brüskierung empfunden wurde: es verkündete, ohne vorher,
wie bisher üblich, die Mitglieder des Vereins um ihre Zustimmung
gefragt zu haben, den Vertrag vom 7. September 1851, kündigte
den mit Ende f853 ablaufenden Zollvereinsvertrag, lud aber zu
gleich zu Verhandlungen in Berlin über dessen Verlängerung
ein, natürlich auf Grundlage der mit Hannover getroffenen
Vereinbarung.
Die öffentliche Meinung und alle beteiligten Regierungen
haben Preußen aus diesem Verfahren einen großen Vorwurf ge
macht, und tatsächlich ließ sich ein solcher wohl begründen. Denn
eben durch diese Brüskierung seiner bisherigen wenigstens in den
Angelegenheiten des Vereins loyal gewesenen Bundesgenossen schuf
Preußen eine Stimmung, die es Oesterreich möglich machte, mit
den süddeutschen Staaten und Sachsen Verbindungen bedenklichster
Art anzuknüpfen. Und dann waren die Hannover gewährten Be
dingungen gegen die den andern Staaten bisher gewährten lehr
weitgehende. Abgesehen von der zollfreien Einfuhr von Eisenbahn
schienen, um deren mäßigere Verzollung Bayern in den Ronserenzen