Bildende Kunst.
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führung könnte man fast sagen neurologische — Impressionismus.
Vor ihm liegt eine Übergangsstufe, in der den Gegenständen
außer uns noch mehr Zeit gelassen wird, auf uns nicht einen
Momenteindruck, sondern eine Summe solcher Eindrücke zu
machen, die wir dann gedächtnismäßig in einen zusammen—
fassen, — in der sozusagen von den Objekten in unserer An—
schauung etwas mehr bleibt, als nur ein einziges Eindrucksergeb⸗
nis, ein festeres Bild gleichsam von objektiverem, scheinbar mehr in
der Erscheinungswelt außer uns gegebenem Wert, eine klarere,
genauere, körperhaftere Anschauung, nicht bloß der Husch
eines Eindrucks. In diesem Falle erscheint das Bild noch
nicht so ganz nur auf unserer Innerlichkeit, auf unseren
raschen Perzeptionen aufgebaut, es erscheint mehr als Durch—
schnittsergebnis der Beobachtung und des dieser untergelegten
Seins; es hat gleichsam mehr plastischen Charakter. Nennt
man die Periode einer solchen, noch nicht ganz vollendeten
Eindrucksmalerei die des physiologischen Impressionismus, so
läßt sich für diese Taufe anführen, daß das Wort „physio—
logisch“ in den siebziger Jahren zur Bezeichnung des damals
erreichten äußersten Grades von Wirklichkeitssinn aufkam, —
und daß dies eben der im vorigen charakterisierte Wirklich—
keitssinn war. Und die Bezeichnung „psychologischer Impressio⸗
nismus“ wird sich aus analogen Gründen in den Augen
derjenigen rechtfertigen, die wissen, wie Ende der achtziger
Jahre das Wort „physiologisch“ von „psychologisch“ zur Be—
nennung eines neuen, höheren Grades von Wirklichkeitssinn ab—
gelöst wurde.
Kann man freilich sagen, daß der Wirklichkeitssinn selbst
des physiologischen, geschweige denn des psychologischen Im—
pressionismus schon allgemein verbreitet sei? Keineswegs!
Dem Laien, dessen Aufnahmefähigkeit noch auf die Nüancen
der früheren Kunst eingestellt ist, erscheinen die neuen, viel
feineren und zugleich schärferen, gleichsam schreienderen Ab—
schattierungen der Farbenwelt als im hohen Grade peinlich;
sie erregen ihm Spannungsgefühle, die er im Bereiche der ihm
geläufigen Assoziationen nur schwer oder gar nicht lösen kann: