Full text : Versicherung und Wirtschaft

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eine  Verteilung  stattfindet,  durch  welche  die  Last  der  wirksamen
Fälle  gemildert  wird.")

Kapitel  2.
Die  Abgrenzung  der  Versicherung.
8  12.
I.  Die  Spieltheorie.
1.  Das  aleatorische  Moment  ist  für  den  Versicherungsgedanken ­
  mithin  unvermeidlich:  Die  Ausnutzung  des  Zufalls,  der
Ungewißheit,  bildet  die  Grundlage,  auf  der  eine  solche  Vereinigung ­
  allein  möglich  ist.  Es  liegt  daher  nahe,  auf  die  Ähnlichkeit ­
  des  Spiels  mit  der  Versicherung  hinzuweisen.  Das  bedeutet ­
  nicht,  wie  M  a  n  e  s  meint,  10 °)  eine  Irrlehre,  sondern
einen  für  die  Fassung  des  Versicherungsbegriffs  ungemein  fruchtbaren ­
  Gedanken,  dessen  Unterdrückung  die  richtige  Erkenntnis
der  Versicherung  erschwert.  Denn  erst  durch  die  klare  Erkenntnis ­
  des  Gegensatzes  der  Bedeutung  des  Zufalls  für  den  Versicherten, ­
  wie  der  Bedeutung  des  Zufalls  für  die  Gemeinschaft
der  Versicherten  (den  Versicherer),  kann  die  Eigentümlichkeit  der
Versicherung  recht  aufgefaßt  werden.  99  *  101 )  Die  Versicherung  ermöglicht ­
  die  Anwendung  erfahrungsmäßig  festgestellter  Gefahrenquotienten, ­
  die  für  die  einzelne  Wirtschaft  regelmäßig
praktisch  nicht  verwertbar  sind.
Emanuel  Herrmann 102 )  geht  in  seiner  Betonung  des
Zufallsmoments  freilich  etwas  zu  weit.  Er  übertreibt  den  Ver99) ­
  Lexis,  Artikel  „Begriff"  im  Versicherungslexikon  S.  216.
10 °)  Artikel  „Versicherung"  im  Verstcherungslexikon  S.  1420,  1428.
Siehe  auch  Emminghaus  a.  a.  O.  S.  294,  Krosta  a.  a.  O.  S.  79f.,
Fischer  a.  a.  O.  S.  9.  Dagegen  Lexis  im  Versicherungslexikon  S.217,
Wagner  a.  a.  O.  S.  959f.,  S.  1010  §  36,  Gobbi  a.  a.  O.  Nr.  133,
Stephinger  a.  a.  O.  S.  3,  Lupka  a.  a.  O.  S.  568,  577,  Ehrenberg, ­
  Versicherungsrecht  S.  60.
im )  Vgl.  Conrad  a.  a.  O.  Bd.  II  S.  532.
10a )  Die  Theorie  der  Versicherung  vom  wirtschaftlichen  Standpunkte
(Graz  1869)  S.  26  ff.
            
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