thumbs : Die deutsche Wirtschaft

Deutsche Wasserstraßenpolitik, 351
Bahnnetzes in den meisten Fällen der Güterverkehr die Eisenbahn
bevorzugen, da diese regelmäßiger, sicherer, häufiger und namentlich
schneller befördert, Dazu kommt, daß für die Abfertigung von Gütern
die Beförderung auf dem Bahnwege in der Regel bequemer ist und der
Versender mit festen, vorher bekannten Frachtsätzen rechnen kann,
während die Frachten auf den meisten Wasserstraßen ständig großen
Schwankungen unterliegen. Demgegenüber treten die Vorteile, die die
Wasserwege bisweilen, z. B. in den Kohlengebieten und Seehäfen, durch
die Möglichkeit bieten, gleichzeitig Massengüter, wie namentlich
Kohlen und Erze, in sehr großen Mengen verfrachten zu können, doch
zurück; und die Fälle, daß die Wasserstraßen, wie im Eildampferverkehr
auf dem Rhein, gelegentlich gar schneller befördern als die Eisenbahnen,
oder daß, wie auf den Haffen oder der Unterelbe, die Eisenbahnen für
den Wettbewerb nicht in Betracht kommen, sind selten,
Welche volkswirtschaftliche Bedeutung den Wasserstraßen durch
Verbilligung der Frachten zukommt, zeigt folgendes Beispiel einer
Gegenüberstellung von Eisenbahn- und Wasserfrachten:
Frachten auf Wasserstraßen und Eisenbahnen,
a) Mittlere Binnenschiffahrtfrachten in Mark je Tonne
b) Mittlere Binnenschiffahrtfrachten v. H. der Eisenbahnfrachten
Duisburg-Mannheim Hamburg — Tetschen | em Kosel—Stettin
Im. Jahre (355 km) (535 km) (486 km) (486 km)
Steinkohlen Getreide Eisenerz Steinkohlen
2 F a 1 a ba kıa b_
1913 _ 2. 15,05 ZI | 4,55 67 | 4,63 45
1922 38 | — 41 = 66 Sn 54
1923 \ - 30 4J) | 3,48 66 4113,36 49
1924 ‚ 2,86 4m ‚7,26 22 | 5,46 51. (15,90 42
Es ist jedoch zu beachten, daß in der Regel eine derartige Verbilligung,
 wie sie diese Zahlen für große Entfernungen zeigen, durch Benutzung
 des Wasserweges nicht eintritt, denn es sind die vorher
erwähnten Nachteile gegenüber der Eisenbahn zu berücksichtigen, die
dazu führen, daß man damit rechnet, daß in der Regel 10—15 %
Frachtersparnisse nötig sind, um den Wasserweg vor der Eisenbahn
zu bevorzugen, Auch die Nebenkosten, wie Hafen- und Versicherungsgebühren,
 erhöhen noch die Wasserfrachten; vor allem aber tritt in
sehr vielen Verkehrsbeziehungen, wenn Versand- und Empfangsort
nicht an einem Wasserweg liegen, zur Wasserfracht noch eine Eisenbahnfracht,
 die dann zusammen mit den Umschlagkosten zwischen
Eisenbahn und Schiff die Spanne zwischen der direkten Bahnfracht und
            
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